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FIFA-Boss Gianni Infantino (47) zu nah an Russland?

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FIFA-Boss Gianni Infantino (47) zu nah an Russland?

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Gegen den FIFA-Boss und Sepp-Blatter-Nachfolger Gianni Infantino (47) gibt es neue Vorwürfe. Er soll sich für den umstrittenen russischen Politiker und Fußballfunktionär Witali Mutko eingesetzt haben und – wie die NZZ schreibt – in dessen Privatjet mitgeflogen sein.

Der frühere FIFA-Funktionär Miguel Poiares Maduro warf Gianni Infantino versuchte Einflussnahme beim Ausschluss des umstrittenen russischen Ministers Witali Mutko aus dem FIFA-Council vor. Infantino sei damals unwohl dabei gewesen, gegen Mutko vorzugehen, sagte Maduro am Mittwoch vor dem Kultur-, Medien- und Sportkomitee des britischen Unterhauses in London. Maduro sagte auch, in der FIFA herrsche ein “System von Regeln ohne Herrschaft des Rechts”

Der Portugiese hatte als damaliger Vorsitzender der Governance-Kommission des Fußball-Weltverbandes dafür gesorgt, dass der WM-Cheforganisator Mutko wegen möglicher Interessenkonflikte nicht erneut in das mächtige Council der FIFA einziehen darf. Angelastet wurden Mutko allerdings nicht seine Verwicklungen in den russischen Doping-Skandal zu seiner Zeit als Sportminister, sondern seine herausgehobene Position in der Moskauer Führung generell. Wie Präsident Wladimir Putin kommt Witali Mutko aus Saintk-Petersburg.

Nach den Aussagen von Maduro sei er von Infantino vor möglichen Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland gewarnt worden, falls Mutko nicht weiter zum Council gehören würde. Infantino sei zudem der Meinung gewesen, dass es “keinen Beweis” für eine Beteiligung Mutkos an dem Dopingskandal in Russland gebe.


Maduro selbst wurde im Mai nicht wieder als Vorsitzender der Governance-Kommission der FIFA vorgeschlagen. Der Portugiese sprach vor den britischen Abgeordneten von einer «Unfähigkeit» der FIFA, mit unabhängigen Untersuchungen umzugehen. “Es gibt in der Organisation eine Kultur, die extrem resistent gegen Verantwortung ist”, sagte er. Infantino habe sich entschieden, lieber “politisch zu überleben” als unabhängige Institutionen zu schützen, kritisierte Maduro.