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Grüne und FDP liefern sich Fernduell um Platz 3

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Grüne und FDP liefern sich Fernduell um Platz 3

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Eine Woche vor der Bundestagswahl in Deutschland ist der Kampf um Platz 3 hinter CDU/CSU und SPD voll entbrannt. Die FDP dürfte nach vier Jahren wieder in den Bundestag einziehen. Parteichef Lindner warb auf einem Sonderparteitag um unentschiedene Wähler. Er geht davon aus, dass sich das Rennen um den dritten Platz im Bundestag zwischen seiner Partei und der AfD entscheiden wird. Er betonte bei dem Parteitag, es dürfe nicht sein, dass die Opposition im Bundestag von einer Partei mit «völkisch-autoritärem» Gedankengut geführt werde. Bei einer kleinen Koalition wäre die SPD Oppositionsführerin. Und eine große Koalition brauche die FDP als Oppositionsführerin, sagte Lindner.

Die Grünen haben laut den letzten Umfragen die schlechtesten Chancen auf Platz 3. Sie legten bei ihrem Sonderparteitag den Schwerpunkt auf ihren Markenkern, die Umweltpolitik. Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt warf den Liberalen Realitätsverweigerung und Rückschritte in der Sozial-, Klima- und Außenpolitik vor. Schwarz-Gelb sei eine Gefahr für den Fortschritt. Zusammen mit dem zweiten Spitzenkandidaten Cem Özdemir warb sie für eine “Richtungsentscheidung”. Mit Themen wie Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit sollen auch SPD-Wechselwähler gewonnen werden. Göring-Eckardt warnte vor weiteren vier Jahren des “Aussitzens und Stillstands” unter einer großen Koalition sowie Rückschritten durch Schwarz-Gelb. Sie rief die Partei auf, in der letzten Woche des Wahlkampfes noch einmal alles zu geben.

Entscheidend für die Regierungsbildung dürfte das Ergebnis der Linkspartei und der AFD werden. In den Umfragen liegen beide etwa gleichauf. Einige sehen die AFD sogar als drittstärkste Kraft. Das würde die Regierungsbildung nach der Wahl deutlich schwieriger machen, weil alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AFD bereits vorab kategorisch ausgeschlossen haben.