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Polizeigewalt: Wieder Proteste in St. Louis

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Polizeigewalt: Wieder Proteste in St. Louis

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In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben am Samstag wieder Hunderte Menschen demonstriert. Sie protestieren gegen das Urteil eines Richters, der einen Polizisten vom Vorwurf des Mordes freigesprochen hatte, nachdem dieser einen Schwarzen erschossen hatte.

Die Proteste blieben zunächst friedlich. Später warfen Demonstranten jedoch Flaschen und Mülleimer und die Polizei versuchte, die Versammlung aufzulösen. Insgesamt wurden seit Freitag rund zehn Polizisten verletzt, mehr als 30 Menschen wurden festgenommen.

Die Rockband U2 hat unterdessen ein Konzert in St. Louis abgesagt. Grund sei, dass man die Sicherheit der Fans nicht garantieren könne. Die Polizei hatte angekündigt, sie könne wegen der unruhigen Lage das Großkonzert nicht im sonst üblichen Maße schützen.

Der Polizist hatte den Schwarzen 2011 bei einer Verfolgungsjagd erschossen. Er sagte später aus, der Verfolgte habe nach einer Waffe gegriffen. Zuvor hatte der Polizist im Streifenwagen angekündigt, den Schwarzen zu erschießen – ob es sich dabei nur um einen Scherz gehandelt hat, ist nicht mehr nachvollziehbar.

Bereits vor drei Jahren hatte es in St. Louis Proteste wegen mutmaßlichem Rassismus in der Polizei gegeben. Damals hatten Polizisten einen schwarzer Jugendlichen nahe der Stadt in Ferguson erschossen.