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Irak: Kritik an Kurden-Referendum wird lauter

Der britische Verteidigungsminister Fallon sprach sich bei einem Besuch in der Region gegen das Referendum aus.

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Irak: Kritik an Kurden-Referendum wird lauter

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Knapp eine Woche vor geplantem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Irak wird die Kritik an der Abstimmung lauter. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon bekräftigte bei seinem Treffem mit dem Präsidenten der autonomen Region Irakisch-Kurdistan, Massud Barsani, die britische Ablehnung des Referendums.

Derweil hat die türkische Armee ein Manöver nahe der Grenze zum Irak abgehalten. Die Türkei hat sich ebenfalls gegen die Abstimmung gewandt und mit Konsequenzen gedroht.

Im Irak selbst hat das Oberste Gericht die Abstimmung vorerst gestoppt. Der Prozess werde ausgesetzt, bis eine Entscheidung darüber gefallen sei, ob das Referendum verfassungsgemäß ist. “Und wenn die ganze Welt gegen uns ist, wir stimmen trotzdem ab. Egal ob der Irak, Syrien, die Türkei oder der Iran etwas dagegen hat. Auch wenn sie einen Feuerring errichten, stimmen wir ab. Seit zig Jahren warten wir auf diesen Tag, sagt ein Peschmerga-Kämpfer in Erbil. Ein Händler fürchtet: “Wenn, wie ich gehört habe, die schiitischen Milizen einen Angriff starten, könnten wir verlieren, denn wir haben schon gegen den IS gekämpft. Und jetzt sollen wir auch noch gegen die irakischen Schiiten-Milizen kämpfen, während der Iran und die Türkei die Grenzen schließen? Ich könnte sehr böse werden.”

Die kurdische Regionalregierung plant für den 25. September eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der kurdischen Gebiete. Auch UN-Generalsekretär António Guterres und die USA als wichtiger Verbündeter der irakischen Kurden forderten, das Referendum abzusagen.