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Proteste gegen Festnahmen in Barcelona

Tausende Menschen gingen in Barcelona auf die Straße, um gegen die Festnahmen von Separatisten zu demonstrieren.

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Proteste gegen Festnahmen in Barcelona

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Die Krise um Katalonien ist eineinhalb Wochen vor der umstrittenen Abstimmung über die Loslösung der Region von Spanien durch mehrere Festnahmen von Separatisten verschlimmert worden.

Bei Durchsuchungen wurden in der katalanischen Hauptstadt Barcelona 14 zum Teil ranghohe Politiker und Beamte der separatistischen Regionalregierung festgenommen. Zugleich waren rund neun Millionen Wahlzettel beschlagnahmt worden.

Danach gingen Tausende Menschen in Barcelona auf die Straßen, um lautstark zu protestieren. Die Demonstranten trugen katalanische Fahnen und sperrten mehrere Straßen.

Der Chef der Regionalregierung Carles Puigdemont beschuldigte Madrid, die Katalanen mundtot machen zu wollen: “Spanien hat sozusagen Kataloniens Autonomie aufgelöst und quasi den Notstand ausgerufen. Unsere Freiheit wird uns genommen, wir werden unterdrückt.”

Im Parlament in Madrid erklärte Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy in Bezug auf die Razzia: “Wir halten uns an das Gesetz und werden dies bis zum Ende tun. Es handelte sich um einen Polizeieinsatz, der von einem Richter angeordnet war und in einer Demokratie tun wir, was eine der drei Säulen einer Demokratie anordnet.”

Das von der Regionalregierung von Carles Puigdemont ausgerufene Referendum soll am 1. Oktober ungeachtet mehrerer Verbote des Verfassungsgerichts durchgeführt werden.