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Menschenschmuggel auf der Balkanroute

Auf der Balkanroute trifft unser Reporter minderjährige Flüchtlinge - erschöpft, ausgebeutet, geschlagen.

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Menschenschmuggel auf der Balkanroute

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An der nord-mazedonischen Grenze, dort wo die Balkanroute verläuft, sieht man sie, – oft minderjährige Flüchtlinge, denen es nicht gelungen ist, von einem EU-Land aufgenommen zu nehmen. Nicht selten waren sie Gewalt ausgesetzt. Zusammen mit Helfern vom Roten Kreuz trafen wir zwei Jungen. Erschöpft, ohne Geld, ausgebeutet:

Einer der Jungen meint: “Man hatte uns gesagt, ein Auto würde uns abholen. Wir hatten 2500 Euro dafür gezahlt. Aber das Auto kam nie.”

Bojan Petrowski vom Roten Kreuz in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien erklärt, häufig schlügen Menschenschmuggler Kapital aus der Not der Flüchtlinge: “Abgesehen davon, dass sie abgezockt werden, werden sie auch oft geschlagen. Ein Teenager erzählte mir, sein Schmuggler wollte noch mehr Geld von ihm. Als er nicht zahlen konnte, wurde er verprügelt.”

Ein Mann aus Algerien sagt, wenn er einem Schmuggler 3000 Euro zahlen könnte, so hatte dieser ihm versprochen, ihn nach Italien zu bringen. Rabhilamin Lamin: “Ich habe schon 2500 Euro für die Reise von Griechenland nach Mazedonien gezahlt, das ist viel Geld. Und dann hauen sie einen auch noch übers Ohr. Aber viele zahlen ihnen 3000, alles in bar.”

Im vergangenen Monat nahm die Polizei acht Männer fest, die alle einer Gruppe von Menschenschmugglern angehörten.

Laut Innenministerium hat die mazedonische Polizei nicht die Mittel, sich dieses großen Problems anzunehmen. Innenminister Oliver Spasowski: “Um diesen Menschenschmugglern das Handwerk zu legen, müsste es viel mehr Kontrollen geben. Das sind gut durchorganisierte Netzwerke.”

Euronews-Reporter Borjan Jovanovski sagt: “Offiziell ist die Balkanroute zu. Aber es kommen immer noch Flüchtlinge. Auf der Suche nach ihrem Traum, von einem Leben in Europa. Doch sie legen ihr Leben in die Hände von Kriminellen, und nicht in die Hand von internationalen Institutionen.”