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Letzte Fernsehdebatte vor der Bundestagswahl

In einer Zuschauerumfrage sahen rund 27 Prozent der Befragten Sahra Wagenknecht als Siegerin der Diskussion.

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Letzte Fernsehdebatte vor der Bundestagswahl

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Endspurt im Bundestagswahlkampf: Bei der letzten Fernsehdebatte – ohne Angela Merkel und Martin Schulz – kritisierte die Union den teils rauen Ton im zu Ende gehenden Wahlkampf wie Pöbeleien gegen die Kanzlerin.

“Im Grundsatz finde ich: Brüllen ist nie eine Möglichkeit in einer Demokratie. Brüllen ist nicht in Ordnung – das sind keine Argumente, weder auf dem Marktplatz, noch am Arbeitsplatz oder in der Familie”, so Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Dass die Alternative für Deutschland gezielt Störer zu CDU-Veranstaltungen schicke, bestritt AfD-Chef Alexander Gauland. “Bei öffentlichen Kundgebungen werde ich auch niedergeschrien, werden wir alle niedergeschrien”, sagte er.

SPD-Vize Manuela Schwesig setzt im Wahlkampffinale auf die großen Zukunftsthemen: “Sichere Rente, gute Bildung, aber vor allem auch gerechte Löhne. Es wird Zeit, dass wir über so große Probleme reden wie den Mangel in der Pflege und ich glaube, da kann auch die letzten Tage noch für nutzen”, sagte sie.

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt und Sahra Wagenknecht von der Linken warfen der Großen Koaltion vor, die soziale Not im Land verschärft zu haben. “Mehr Kinder sind in Armut nach diesen vier Jahren. Und es sind mehr Leute, die trotz Arbeit arm sind. Das sind acht Millionen Menschen in diesem Land, da kann man nicht sagen: Uns geht’s doch im Prinzip gut”, so Göring-Eckardt. Wagenknecht sagte: “Überall da, wo die soziale Ungleichheit immer größer wird, da wächst letztlich auch die Kriminalität.” Christian Lindner von der FDP sagte: “Wenn man Altersarmut verhindern will, sollte man bereits bei der Bildungsarmut beginnen. Wir haben in Deutschland immer noch 50.000 junge Menschen, die die Schule jedes Jahr ohne Abschluss verlassen. Deren Perspektive im Berufsleben heißt Mindeslohn, sprich dann auch eine niedrige Rente”, sagte er. Der Liberale forderte, Schulen und Kindertagesstätten zu verbessern.

In einer Zuschauerumfrage sahen rund 27 Prozent der Befragten Wagenknecht als Siegerin der Debatte, mit 16 Prozent folgte FDP-Spitzenkandidat Lindner.