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Rohingya in Bangladesch: "Sie brauchen einfach alles"

Bangladesch hat Soldaten in das Grenzgebiet zu Myanmar geschickt, die bei der Versorgung der aus dem Nachbarland geflohenen Rohingya helfen sollen.

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Rohingya in Bangladesch: "Sie brauchen einfach alles"

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Das Militär in Bangladesch hat Soldaten in das Grenzgebiet zu Myanmar geschickt, die die Versorgung der aus dem Nachbarland geflohenen Rohingya unterstützen sollen. Nach Angaben eines Militärsprechers sind die Soldaten für die Verteilung von Hilfsgütern und die Errichtung von Notunterkünf ten abgestellt worden.

Als Reaktion auf Überfälle von Rohingya-Rebellen waren hunderte Dörfer und Siedlungen der muslimischen Minderheit in Myanmars Bundesstaat Rakhine zerstört worden.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, sagte vor Ort:“Ich war wie erschlagen von dem enormen Hilfsbedarf. Sie brauchen einfach alles. Es fehlen Essen, sauberes Wasser, geschützte Räume und eine ordentliche Gesundheitsversorgung. Am Nötigsten werden vernünftige Unterkünfte gebraucht.”

Bis zu einer halben Million Rohingya sind seit Ende August nach Bangladesch geflohen. Hilfsorganisationen berichten von Frauen, die nach Massenvergewaltigungen schwer traumatisiert sind. Kate White, Nothilfekoordinatorin der Organisation Ärzte ohne Grenzen, sagte:“Wir bekommen schreckliche Geschichten zu hören. Wir werden mit Situationen konfrontiert, in denen Frauen von mehreren Tätern vergewaltigt wurden.” Viele Opfer hätten ihre Sprache verloren, sagte White.

Nach UN-Angaben hat etwa die Hälfte der Flüchtlinge kein Dach über dem Kopf und keinen Zugang zu Lebensmitteln oder Medikamenten. Bangladesch hat Gebiete zum Aufbau von 14.000 Notunterkünften für 85.000 Flüchtlingsfamilien bereit gestellt. Außerdem werden Grenzwächter eingesetzt, um die Weiterreise der Rohingya in andere Landesteile zu verhindern.