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Das Wichtigste der Bundestagswahl in 5 Fakten

Die Union ist zwar stärkste Kraft, aber so absehbar wie mancher glaubte, war die Wahl nicht.

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Das Wichtigste der Bundestagswahl in 5 Fakten

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Deutschland hat gewählt. Anders als gedacht, stand das Ergebnis nicht schon vor dem Urnengang fest.

Einige Überraschungen gab es dann doch. Was ist passiert?

  • Beide großen Volksparteien haben herbe Verluste eingestrichen.
    CDU und CSU haben gemeinsam rund 8,6 Prozent der Stimmen verloren (im Vergleich zu 2013). CSU-Chef Seehofer sprach davon eine “offene rechte Flanke” zu schließen.
  • Die SPD verzeichnet das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit.
    Kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse hat die Partei angkündigt, in die Opposition gehen zu wollen. Sie kommt auf nur rund 20 Prozent der Stimmen. Parteichef Schulz sprach von einer “bitteren Niederlage”. Er will auf den Fraktionsvorsitz verzichten. Gerüchten zufolge soll Andrea Nahles diese Position übernehmen. Schulz beschuldigte Merkel, ihr “skandalöser Wahlkampf” habe die AfD gestärkt.
  • Die AfD ist drittstärkste Kraft.
    Mit der Partei von Weidel und Gauland zieht eine rechtspopulistische, fremdenfeindliche Partei in den Deutschen Bundestag. In Berlin versammelten sich mehrere Hundert Menschen auf dem Alexanderplatz, um gegen die Partei und ihre Inhalte zu protestieren.
  • Lindner feiert das “Comeback” seiner Partei.
    Die FDP zieht mit über 10 Prozent der Zweitstimmen wieder ins Parlament ein. Ihr Vorsitzender Christian Lindner sieht seine Partei als eine “Anti-AfD”. Ab jetzt gebe es wieder eine Fraktion der Freiheit, kündigte der 38-Jährige an. Einen Bundestag ohne FDP soll es nicht wieder geben.
  • Die wahrscheinlichste Koalitionskonstellation ist ein Bündnis von CDU/CSU, Grünen und FDP.
    Was umgangssprachlich “Jamaika-Koalition” genannt wird, wäre auf Bundesebene eine Premiere.
  • Die Wahlbeteiligung liegt bei rund 75 Prozent.
    Sollte sich das vorläufige Ergebnis bestätigen, wäre damit ein Abwärtstrend gestoppt. Vor allem in den Städten gingen die Wähler zu den Urnen, in ländlichen Gegeneden nahm die Beteiligung dagegen in vielen Teilen ab.