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Die Biennale in Lyon zeigt "fließende Welten"


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Die Biennale in Lyon zeigt "fließende Welten"

“Fließende Welten” ist das Motto der 14. Biennale der zeitgenössischen Kunst in Lyon. Drei Ausgaben der alle zwei Jahre stattfindenden Schau bilden immer eine Trilogie. Reflexionen über das “moderne Leben” sind dieses Mal der Oberbegriff.

“Die Künstler dieser Biennale erweitern so weit wie möglich die Definition des Begriffs Kunstwerk. Ein Kunstwerk ist nicht mehr etwas Bestimmtes, es kann ein im Wind flatternder Stoff sein, ein musikalisches Werk oder ein Stück Wald eingeschlossen in einer modernen Skulptur. Auf dieser Biennale gibt es Künstler, die neu erfinden, was ein Kunstwerk ist”, sagt Gastkuratorin Emma Lavigne, Direktorin des Centre Pompidou in Metz.

Nichts bleibt, wie es ist. Die Künstler erforschen die Widersprüchlichkeit und Unbeständigkeit des modernen Lebens. Dabei schweift der Blick auf verschiedene Regionen der Welt und nimmt Bezug auf deren Ästhetik, Philosophie und Technologie.

“Vielleicht geht’s nicht darum, eine Idee auszudrücken, sondern es geht darum, im Raum etwas entstehen zu lassen, was man anfangs nicht hört und dann hört, beginnt zu hören, also eigentlich Töne hörbar zu machen und damit auch den Raum selbst zu verändern”, meint Susanna Fritscher.

Die aus Österreich stammende und in Paris lebende Künstlerin schuf eine Sonarinstallation mit rotierenden Plastikrohren. Einen ganz anderen Ansatz fand der argentinische Konzeptkünstler und Menschenrechtsaktivist Marcelo Brodsky. “1968 – das Feuer der Ideen”, heißt sein Beitrag, der Fotografie und Malerei mischt:

“Meiner Meinung nach haben die Ideen der 1968er mit ihren Inspirationen für eine bessere Zukunft uns alle beeinflusst, alle nachfolgenden Generationen. Damals glaubte man an eine bessere Zukunft, heute sind wir uns darüber nicht mehr so sicher.”

Der in Berlin lebende Amerikaner Ari Benjamin Meyers ist Komponist und Dirigent: Er hat mit einem Casting eine Rockband aus Kunststudenten geschaffen, die auf der Biennale auftreten:

“Wir spielen mit Realität und Fake, denn einerseits spielt wirklich eine echte Band, aber andererseits ist es eine “Fake Band”, sie ist irgendwas dazwischen, sie ist real für den Moment, aber sie erzählt auch etwas, nämlich die Geschichte einer Band namens “Kunst”.”

Julien Creuzet wurde in einer Pariser Banlieue geboren, wuchs auf der Karibikinsel Martinique auf und lebt heute wieder in Paris. Seine Komposition aus Skulptur, Installation und Text greift seine eigene Erfahrungen der Vertreibung auf:

“Hier findet man vieles, was die Komplexität unserer heutigen Welt ausdrückt. Beispielsweise unsere Beziehung zur Einwanderung, zum Krieg, zum Terrorismus, zu Hungersnöten, zur Neokolonisierung, Entkolonisierung und zur Kolonisierung. Und alle diese Elemente bilden einen Teil der Welt, in der wir leben.”

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von über 80 Künstlern aus 23 Ländern und dazu Werke, die aus dem Pariser Centre Pompidou ausgeliehen wurden.

Praktische Informationen

Die Biennale läuft bis zum 7. Januar 2018. Montags sowie am 25. Dezember 2017 ist die Biennale geschlossen.

Ausstellungsorte:

La Sucrière (49/50 quai Rambaud)
Les Docks (47-49 quai Rambaud)
macLYON (Cité Internationale – 81 quai Charles de Gaulle)
Musée des Confluences (86 quai Perrache)

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