Eilmeldung

Charter-Passagiere sitzen fest: "Wir sollten machen was wir wollen."

Von der Pleite der russischen Vim-Avia sind mindestens 38.000 Reisende betroffen. Präsident Putin kritisierte das Transportministerium.

Sie lesen gerade:

Charter-Passagiere sitzen fest: "Wir sollten machen was wir wollen."

Schriftgrösse Aa Aa

Zehntausende überwiegend russische Fluggäste sind durch die Finanzprobleme einer Charterfluggesellschaft gestrandet. Der private Charterflieger Vim-Avia mit Firmensitz in Moskau ist seit Montag pleite. Passagiere hingen an Flughäfen in Moskau und Sankt Petersburg fest, sowie in Südeuropa und im türkischen Antalya. Dort empörten sich russische Urlauber:“Schon zwei Nächte und einen Tag gibt es kein Wasser, kein Essen und keine einzige Information.”

Ein anderer Russe sagte:“Dem Personal sind wir egal und der Flughafen-Manager ist nicht auffindbar. Es gibt keinerlei Informationen. Vim-Avia verkündete, dass es kein Geld, kein Wasser und kein Essen gibt. Wir sollten machen was wir wollen.”

Für den russischen Präsidenten handelt es sich um kein unbekanntes Problem. Leichte Ironie konnte sich Wladimir Putin bei der Kritik des russischen Transportministeriums nicht verkneifen:“So etwas ist beim ersten Mal verzeihlich. Aber die allgemeine Lage im russischen Charterurlaubsgeschäft ist schon seit Jahren so. Man achtet nicht gut genug auf diese Sparte. Vielleicht, weil man zu beschäftigt ist?”

Die 2002 gegründete Vim-Avia bediente zuletzt mit 30 Flugzeugen vor allem Sommerreiseziele am Mittelmeer, aber auch staatlich subventionierte Strecken in abgelegene Städte im Fernen Osten Russlands.

2015 war bereits die zweitgrößte russische Charterfluggesellschaft Transaero nach ähnlichen Finanzproblemen pleitegegangen.