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Katalonien-Referendum und der Fußball: LaLiga ohne Zugpferd FC Barcelona?

Die für diesen Sonntag angesetzte Volksbefragung über die Unabhängigkeit in der Region Katalonien bedroht die Zukunft des FC Barcelona. Der Verein will "mehr als ein Klub" sein.

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Auch die Fußball-Zukunft des FC Barcelona steht bei dem katalanischen Streben nach Unabhängigkeit auf dem Spiel. Das Motto des Vereins um Superstar Lionel Messi lautet “Mehr als ein Klub”.

Vereinssprecher Josep Vives äußerte sich nicht direkt zum Referendum am kommenden Sonntag, verwies aber auf die Notwendigkeit, für demokratische Rechte und Prinzipien einzutreten. Vereinslegende Gerard Piqué sprach sich dagegen über Twitter deutlich für die Teilnahme an der geplanten Abstimmung aus. Er plädierte für ein friedliches Verhalten, um der Zentralregierung in Madrid “nicht in die Hände zu spielen.”


Für die Durchführung eines rechtsgültigen Referendums setzt sich der katalanische Ex-Trainer von Bayern München, Pep Guardiola, schon länger ein. Der aktuelle Trainer von Manchester City begründete sein Engagement in einer Videobotschaft: “Hier geht es nicht um Unabhängigkeit, sondern um das Recht zu wählen. Es geht nicht um Unabhängigkeit, sondern um Demokratie. Die Ansprüche im 20. Jahrhundert unterscheiden sich von denen des 21. Jahrhunderts. Die Wünsche und Hoffnungen der Bevölkerung im 21. Jahrhundert sind anders als im vergangenen Jahrhundert, vor allem seit den Zeiten der Diktatur.”

Für Barcelonas Erzrivalen Real Madrid wäre eine Abspaltung der Katalanen rein sportlich gesehen jedenfalls ein Tabu. Reals französischer Trainer Zinedine Zidane sagte:“Es gibt Befürworter und Gegner des Referendums. Die Debatte ist schwierig. Was eigentlich nicht passieren darf – ich hoffe es jedenfalls nicht – ist eine spanische Liga ohne Barcelona. Das will ich nicht.”

Der Konkurrenzkampf zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ist sportlich und wirtschaftlich die Hauptattraktion der spanischen LaLiga. Spanische Medien berichteten, ein eigenständiger katalanischer Verband würde jahrelang nicht damit rechnen können, vom Weltverband FIFA oder der europäischen UEFA anerkannt zu werden. Die logische Folge wäre ein Absturz des stolzen Vereins, der mehr als ein Klub sein will, ins sportliche Abseits. Zumindest eine Teilnahme an der Champions League könnten sich die Katalanen über Jahre hinweg abschreiben.