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Stichtag für Ehe für alle

Der Stichtag für die Ehe für alle in Deutschland fällt zwar mit dem 1. Oktober auf einen Sonntag, in einigen Städten werden die Standesämter trotzdem öffnen.

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Stichtag für Ehe für alle

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Für Schwule und Lesben in Deutschland geht am 1. Oktober ein jahrzehntelanger Kampf zu Ende. Gemäß Paragraf 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gilt ab Sonntag die Ehe für alle. Im Wortlaut heißt es: Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.

Eine Gleichstellung, bei der Deutschland im westeuropäischen Vergleich hinterherhinkte. Vorreiter waren die Niederlande im Jahr 2001. Selbst im streng katholischen Irland wurde die Homo-Ehe bereits im Mai 2015 legalisiert und in Portugal 2010, während in Deutschland seit 2001 nur Lebenspartnerschaften eingetragen werden konnten. Ab 1. Oktober dürfen nun alle Lebenspartner in Deutschland Kinder adoptieren.

Eingetragene Lebensgemeinschaften sind in neun europäischen Ländern zugelassen, als letzte Nation kam Italien im vergangenen Jahr hinzu.

Weder die gleichgeschlechtliche Ehe noch eingetragene Partnerschaften sind in sechs osteuropäischen Ländern möglich. Vielfach ist das Verbot von Homo-Ehen verfassungsrechtlich verankert.

In Deutschland werden Lebenspartner ab dem 1. Oktober nicht automatisch Eheleute. Die sogenannte Umwandlung erfolgt nur auf Wunsch. Dazu müssen beide Partner gemeinsam auf dem Standesamt erklären, dass sie künftig eine Ehe auf Lebenszeit führen wollen. Lebenspartnerschaften werden künftig nicht mehr eingetragen.

In mehreren deutschen Städten werden am kommenden Sonntag Standesämter extra öffnen, um Lebenspartnern das “echte” Ja-Wort zu ermöglichen.