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Judo-Grand-Prix: Hoher Besuch in Zagreb

Edelmetall gab es auch für Österreich: Michaela Polleres holte Bronze

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Judo-Grand-Prix: Hoher Besuch in Zagreb

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Die Präsidentin war da: Kroatiens Staatsoberhaupt Kolinda Grabar-Kitarovic schaute am zweiten Wettkampftag beim Judo-Grand-Prix in Zagreb vorbei und sah einen Rustam Orujow in Höchstform.

Der Judoka aus Aserbaidschan – seines Zeichens Olympiazweiter von Rio – musste sich im Goldkampf der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm mit dem Schweden Tommy Macias auseinandersetzen. Orujow brachte einen sehenswerten Ashi-Uchi-Mata an und erhielt für diesen Geniestreich einen Ippon.

Der 25-Jährige Orujow hat jetzt im Laufe seiner Karriere insgesamt fünf Grand-Prix-Erfolg gesammelt und zudem zweimal den Grand Slam von Baku gewonnen. Mit dem Triumph von Zagreb hakte er auch endgültig den zweiten Platz bei der WM in Budapest Ende August ab.

“Bei der Weltmeisterschaft war ich angesichts meiner Leistung etwas unzufrieden, deswegen wollte ich hier die Goldmedaille holen. Ich habe mich gut vorbereitet und freue mich riesig, dass ich die Goldene mitnehmen kann.”

Kein Tag ohne Gold für Japan: Nabekura Nami räumte bei den Damen bis 63 Kilogramm jegliche Konkurrenz aus dem Weg. Das Finale bestritt sie gegen ihre Landsfrau Megumi Tsugane. Tsugane bekam zwei Shido-Strafwertungen aufgebrummt, dann legte Nami nach: Erst per Uchi-Mata, gefolgt von einem Seoi Nage. Für den Innenschenkeldrehwurf und den Schulterwurf waren ihr Waza-Ari-Wertungen sicher. Die 20-jährige Junioren-Weltmeisterin von 2015 stockte das Zagreber Goldkonto der Nippon-Judoka auf vier auf.


In der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm setzte sich Barbara Timo aus Brasilien durch. Und das glich durchaus einer Überraschung. Vor vier Jahren gewann sie in Taschkent schon einmal Grand-Prix-Gold, doch nicht jeder hatte sie auf der Rechnung. Im Halfinale warf Timo zum Leidwesen der heimischen Zuschauer in Zagreb die Kroatin Barbara Matic aus dem Rennen. Im Finale gegen Fanny Estelle Posvite hatte die Brasilianerin zunächst so ihre Schwierigkeiten. Beide Judoka wurden mit Strafwertungen sanktioniert, ehe Barbara Timo der große Schachzug gelang: Mit einem Seoi-Nage legte sie die Französin auf die Matte. Dafür gab’s einen Waza-Ari. Und Posvite erholte sich von dem Schulterwurf nicht mehr. Barbara Timo gewinnt in Zagreb, Michaela Polleres aus Österreich sicherte sich Bronze.

Bei den Männern bis 81 Kilogramm führte an Attila Ungvari kein Weg vorbei. Der Ungar behakte sich im Kampf um Gold mit dem Franzosen Jonathan Allardon, der als ungesetzter Judoka ins Finale vorgedrungen war. Die Entscheidung fiel im Bodenkampf: Ungvari brachte seinen Widersacher mit einem Shime-Waza gewaltig in Bedrängnis: Gegen die Würgetechnik des Ungar war Allardon machtlos. Für Ungvari war es eine Premiere: In Düsseldorf war er im Februar Zweiter und in Cancun im Juni Dritter geworden – in Zagreb klappte es endlich mit seinem ersten Grand-Prix-Erfolg.