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Judo-Grand-Prix: Riner für Hegyi eine Nummer zu groß

Das 19-jährige Schwergewicht aus Wien unterlag im Finale von Zagreb dem Olympiasieger.

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Judo-Grand-Prix: Riner für Hegyi eine Nummer zu groß

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Teddy Riner, der Judo-Weltstar aus Frankreich, stand am letzten Wettkampftag des Grand Prix von Zagreb auf der Tatami. Herausgefordert wurde der zweimalige Olympiasieger und neunmalige Weltmeister im Schwergewichtsfinale vom österreichischen Nachwuchsmann Stephan Hegyi. Doch gegen Riner musste der 19-jährige Wiener noch Lehrgeld zahlen. Mit einem O-Guruma, wörtlich das Große Rad, wurde das ÖJV-Talent vom 130-Kilo-Koloss aufs Kreuz gelegt. Auf dem Weg ins Finale hatte Hegyi mit Daniel Allerstorfer auch einen Landsmann bezwungen.

Aber der Franzose Riner, der zuletzt erheblich in die Pariser Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2024 eingespannt war, erwies sich dann doch noch als eine Nummer zu groß für das aufstrebende Schwergewicht aus Wien.

Der riesige Teddy war in Zagreb der Liebling der Massen – und vor allem des Nachwuchses. “Ich trage große Verantwortung, auch für die Kinder. Dies ist ein wunderbares Turnier – und all diese lieben Kinder wollen ein Autogramm. Das ist doch toll! Für jeden Judoka sollte es eine Pflicht sein, ihnen ein Autogramm geben”, sagte der Franzose.

Wie Riner nahm Larisa Ceric aus Zagreb Gold mit – und zwar nicht zum ersten Mal. Bereits vor einem Jahr gewann sie in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm. Diesmal bezwang die Bosnierin im Finale Santa Pakenyte aus Litauen.

“Ich habe schon im vergangenen Jahr gesagt, dass ich mich hier wie zu Hause fühle. Es ist etwas ganz Besonderes, denn die Zuschauer haben mich angefeuert – das hat mir richtig Kraft gegeben, gut zu kämpfen und das Finale zu gewinnen”, so Ceric.

Die Japanerin Shori Hamada macht mit der Französin Hawa Camara kurzen Prozess. Nach weniger als zehn Sekunden war der Goldkampf in der Klasse bis 78 Kilogramm beendet. Für Hamada war es nach Qingdao 2015 der zweite Grand-Prix-Sieg ihrer Laufbahn. Die Deutsche Luise Malzahn gewann in derselben Gewichtsklasse Bronze – dank eines Sieges über ihre Landsfrau Maike Ziech.

Das Finale bei den Männern bis 100 Kilogramm war eine ungarisch-portugiesische Angelegenheit: Miklos Cirjenics gegen Jorge Fonseca. Fonseca legte einen Waza-Ari vor, doch dann gelang Cirjenics ein Ko-Uchi-Gari: Für den Beinfeger gab es für den Ungarn einen Ippon – und der war Gold wert.


Auch sein Landsmann Krisztian Toth räumte in Zagreb ab. Der Vizeweltmeister von 2014 bezwang den Brasilianer Rafael Macedo im Finale der Klasse bis 90 Kilogramm auf sehenswerte Art und Weise. Der Ungar zeigte wieder einmal seine Klasse im Konter und überrumpelte seinen Widersacher damit geradezu. Toth hat nun bereits drei Zagreb-Siege inne: 2014, 2015 und 2017.

Überreicht bekam er die Goldmedaille von einem der ganz Großen: Ilias Iliadis, Olympiasieger von Athen 2004 und dreimaliger Weltmeister, trat vor einem Jahr vom Wettkampfsport zurück. Ihn und Toth verbindet übrigens eine gemeinsame Geschichte: Im WM-Finale 2014 trafen die beiden aufeinander, Iliadis gewann.