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Kamerun: Polizisten töten mehrere Menschen bei Unabhängigkeitsprotesten

Die anglofonen Separatisten haben symbolisch ihren neuen Staat "Ambazonia" reklamiert.

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Kamerun: Polizisten töten mehrere Menschen bei Unabhängigkeitsprotesten

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Sie wollen die Unabhängigkeit: Im vorwiegend englischsprachigen Landesteil Kameruns ist es zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen Separatisten und Sicherheitskräften gekommen. Und das, kurz nachdem die anglofone Minderheit ihre symbolische Unabhängigkeit vom französischsprachigen Rest des Landes erklärt hatte.

Am Sonntag reklamierten die Separatisten ihren eigenen Staat, “Ambazonia”, bestehend aus den Provinzen Nordwest und Südwest an der Grenze zu Nigeria.

Die Zentralregierung des westafrikanischen Landes reagierte mit Gewalt. Polizisten sollen laut örtlichen Medienberichten mindestens acht Menschen getötet haben, der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge könnten es sogar mindestens 17 Opfer sein.



Laut den Aktivisten seien die Gewalt der Sicherheitskräfte und das Sperren von Kommunikationswegen via Facebook und WhatsApp eine «extrem beunruhigende» Eskalation der Regierung in ihrem Kampf gegen Andersdenkende.

Die Regierung in Yaoundé und Langzeitpräsident Paul Biya, der seit 1982 im Amt sitzt, lehnen die Unabhängigkeit ab. Per Twitter verurteilte Biya “jegliche Gewalttaten, unabhängig von ihrem Ursprung und ihren Tätern”. Außerdem schrieb er auf Facebook: “Ich will etwas klarstellen: In der Republik können jegliche Sorgen offengelegt werden. Aber es kann nichts Großartiges enstehen, wenn es zu verbalen Exzessen, Straßengewalt und Ablehnung von Autorität kommt. Die Lösungen zu Problemen können nur mit einem friedlichen Dialog gefunden werden.”


Zwei Ethnien prallen aufeinander

Der Präsident Kameruns wird von vielen wegen seines harten Führungsstils kritisiert. Seine wohl größten Gegner findet der vom Bulu-Volk stammende Politiker in der englischsprachigen Minderheit: Diese fühlt sich in den vertretenen Meinungen Biyas nicht genug repräsentiert.

Kamerun, das zuvor portugiesisches, später deutsches Kolonialgebiet war, wurde nach dem Ersten Weltkrieg in französische und britische Mandatsgebiete eingeteilt – im Westen wurde neben zahlreichen Stammsprachen Englisch gesprochen, in vier Fünfteln des Landes wurde Französisch zur Amtssprache. Am 1. Oktober 1961 wurden französische und englische Teile in ein Land vereint: Am Sonntag jährte sich diese Vereinigung zum 56. Mal.

Für die englischsprachigen Separatisten wird dieser Tag zum Symbol für die Unabhängigkeitserklärung. Ihre Minderheit fühlt sich seit Jahren von Yaoundé und der französischen Mehrheit benachteiligt und unterdrückt.