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Katalonien-Krise spaltet auch die Hauptstadt

Spanien ist ein gespaltenes Land. Das wurde am Sonntag in der Hauptstadt Madrid deutlich sichtbar. Die einen schrien für Kataloniens Recht auf ein Unabhängigkeits-Referendum, die anderen dagegen.

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Katalonien-Krise spaltet auch die Hauptstadt

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Ein Meer rot-gelber Flaggen für die spanische Einheit. Am Tag des umstrittenen Referendums in Katalonien haben in Madrid mehrere hundert Menschen gegen die Abspaltung der Region demonstriert. Eine Unabhängigkeits-Gegnerin sagt: „Sie können das nicht allein entscheiden. Katalonien gehört allen Spaniern und nicht nur ihnen.”

Nur wenige hundert Meter weiter wird das anders gesehen. Auch hier sind Hunderte Menschen zusammengekommen, allerdings um sich für ein von Madrid anerkanntes Referendum starkzumachen. Dass die Zentralregierung auf stur schaltet und keinen Dialog mit den Katalanen sucht, sehen sie kritisch.

„Über den Status der Katalanen in Spanien hätte schon vor langer Zeit gesprochen werden müssen. Es kann nicht sein, dass ihnen seit sechs, sieben Jahren nicht zugehört wird. Auf diese Weise erreicht man nichts“, so ein Demonstrant.

Die spanische Demokratie steht vor einer großen Herausforderung. Wie es jetzt weitergehen soll, weiß keiner so genau. Pablo Casado, Vize-Generalsekretär der spanischen Volkspartei „Partido Popular“ meint: „Zuerst muss das Recht wiederhergestellt werden. Vielleicht ist das nicht sehr sexy oder cool. Aber es ist wichtig, denn ohne Recht und Ordnung funktioniert nichts.”

Unser Reporter Carlos Marlasca hat die Stimmung in Madrid eingefangen: „Auch in der Hauptstadt bestimmten Demonstrationen für und gegen die Unabhängigkeit Kataloniens das Wochenende. Die spanische Flagge in den Vorgärten der einen, in denen der anderen Slogans gegen Rajoys Regierung. Die Hauptstadt fieberte mit. Aber eine Lösung hatte auch hier niemand parat.“