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300.000 Demonstranten: Party gegen Polizeigewalt

Ein Generalstreik hat am Dienstag weite Teile Kataloniens lahmgelegt. Hunderttausende gingen gegen Polizeigewalt auf die Straße. Die Stimmung war ausgelassen, ihr Anliegen ernst.

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Mit Partystimmung und Umarmungen gegen die Polizeigewalt. In Katalonien sind am Dienstag 300.000 Menschen auf die Straße gegangen. Viele von ihnen sind gegen die Abspaltung ihrer Region von Spanien. Zumindest waren sie es. Doch die Bilder tretender Polizisten und blutender Bürger haben viele umgestimmt.

„Ich war nicht für die Unabhängigkeit. Aber das, was jetzt passiert ist, hat uns entsetzt und empfänglich für das Unabhängigkeitsfieber gemacht. Ich möchte nicht zu einem Land gehören, das mit solcher Brutalität vorgeht und in dem die Regierung nichts gegen Polizeigewalt tut“, sagt ein Demonstrant in Barcelona.

Ein Generalstreik legte am Dienstag große Teile der Region lahm. Selbst die Türen der berühmten Kirche Sagrada Familia blieben geschlossen. Auch der FC Barcelona beteiligte sich am Streik. Während die einen ihre Wut auf die Straße trugen, machte die Stimmung anderen Angst.

„Ich bin nicht für die Unabhängigkeit. Ich bin Katalanin und am Boden zerstört. Diese Geschichte wird von beiden Seiten polarisiert – von der Regierung in Madrid und von der in Katalonien. Die Ungewissheit ist groß“, erklärt eine Passantin im Zentrum Barcelonas.

Unsere Reporterin Cristina Giner hat die Stimmung vor Ort eingefangen: „Der Polizeieinsatz beim Referendum hat die Lage eskalieren lassen. Wir haben es mit einem Konflikt zu tun, wie es ihn in der spanischen Demokratie noch nie gab.“