Eilmeldung

Chemie-Nobelpreis für Kryo-Elektronenmikroskopie

Jacques Dubochet (Schweiz) , Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (Großbritannien) teilen sich das Preisgeld von rund 940.000 Euro.

Sie lesen gerade:

Chemie-Nobelpreis für Kryo-Elektronenmikroskopie

Schriftgrösse Aa Aa

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat beschlossen, den Nobelpreis für Chemie 2017 gemeinsam an Jacques Dubochet (Schweiz) , Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (Großbritannien) zu vergeben. Sie entwickelten die Kryo-Elektronenmikroskopie (Kryo-EM) zur hochauflösenden Strukturbestimmung von Biomolekülen in Lösungen. Das gab Nobel-Preiskomitee-Mitglied Goran K. Hansson bekannt.

In seiner Begründung sagte er: “Sie vereinfacht und verbessert das Sichtbarmachen von Biomolekülen.”

Der gebürtige Deutsche Joachim Frank wurde mit der freudigen Nachricht aus dem Bett geklingelt:

“Ich war völlig überwältigt. Ich dachte, die Chancen, den Nobelpreis zu gewinnen sind minimal, weil es so viele andere Innovationen und Entdeckungen gibt.”



Die Technik ist eine Weiterentwicklung der Elektronenmikroskopie. Die Kryo-EM könne im Detail zeigen, wo ein Medikament an einem Molekül bindet. Sie sei damit geeignet, die Entwicklung von Antibiotika und Medikamenten voranzubringen, hieß es in der Begründung.


Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist derzeit mit umgerechnet rund 940.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die feierliche Übergabe der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 174 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn sogar zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang vier Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckt und ihre Eigenschaften untersucht hatte.