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Die 'versteckten Botschaften' in König Felipes Rede zu Katalonien

In der Stellungnahme des spanischen Königs zur politischen Krise in Katalonien gab es mehr zu entdecken als seine ungewohnt strengen Worte.

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Die 'versteckten Botschaften' in König Felipes Rede zu Katalonien

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Normalerweise spricht Spaniens König Felipe nur an Weihnachten zu seinem Volk. Doch außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

In seiner Rede beschuldigte das Staatsoberhaupt die katalanische Regierung “inakzeptabler Illoyalität”, nachdem Barcelona gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts sein Unabhängigkeitsreferendum abhielt.

Doch neben den ungewohnt strengen Worten des Königs gab es eine Anzahl subtilerer Botschaften zu entdecken.

Das auffälligste Zeichen war wohl die spanische Flagge, die im rechten Bildrand neben der europäischen Flagge zu sehen ist.

Im linken vorderen Bildrand steht der aufgeschlagene Laptop, als wolle der Monarch zeigen, dass er über die heftigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken informiert ist.

Das Gemälde im Hintergrund soll wohl andeuten, dass Felipe als eine historische Autoritätsperson spricht.

Auf Twitter bemerkten Nutzer vor allem den schwarzen Gegenstand im Gemälde, links neben dem Kopf des Königs ist etwas dargestellt, das aussieht wie ein Knüppel. Während der Demonstrationen zum Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober waren spanische Polizisten für ihren Gebrauch von Schlagstöcken vielfach kritisiert worden.


Schnell hatten die eifrigen Twitter-Nutzer herausgefunden, zu welchem Porträt der Ausschnitt des Gemäldes gehört. Es ist das Bildnis Karl III. von Spanien, ein Vorfahre Felipes vom Adelsgeschlecht der Bourbonen, der die kastilische (spanische) Sprache 1768 in das Schulsystem einführte und so das Katalanische verdrängte.


Als Teil dieser Reform konnten Lehrer, die diese Regeln nicht befolgten, mit Gefängnisstrafen belegt werden.

Allerdings wurde das Gemälde nicht extra für die Rede Felipes aufgehängt, sondern es schmückt die Wand der königlichen Räumlichkeiten, seit der König sie vor drei Jahren renovieren ließ.

Traditionsgemäß wird den Details in der Umgebung einer königlichen Ansprache viel Bedeutung beigemessen. Der Monarch hätte auch eine andere Ecke des Zarzuela-Palasts am Stadtrand von Madrid wählen können. Schwer zu glauben, dass die Wahl des Hintergrunds ein Zufall war…