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Jahrestag "Schwarze Proteste": Polnische Frauen demonstrieren für ihre Rechte

Bereits vor einem Jahr hatten zehntausende Frauen in schwarzer Kleidung gegen ein totales Abtreibungsverbot demonstriert, jetzt gehen sie wieder für ihre Rechte auf die Straße.

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Jahrestag "Schwarze Proteste": Polnische Frauen demonstrieren für ihre Rechte

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Ein Jahr nachdem polnische Frauen gegen ein totales Abtreibungsverbot protestiert haben, gibt es erneut Demonstrationen in Polen. Auch in anderen großen Städten demonstrierten Frauen für ihre Rechte.

Bereits vor einem Jahr hatten zehntausende Frauen in schwarzer Kleidung gegen ein totales Abtreibungsverbot demonstriert. Ein von Abtreibungsgegnern eingereichter Gesetzesentwurf sah – neben dem totalen Verbot von Schwangerschaftabbrüchen – auch Haftstrafen für Frauen und Ärzte vor.

In diesem Jahr sammelten die Organisatoren Unterschriften für einen Gegenentwurf. Nach polnischem Recht können Bürgerbewegungen Gesetzentwürfe einbringen, wenn sie genug Unterstützer finden.

Die Organisatoren des diesjährigen “Schwarzen Protests” hatten über die sozialen Medien zu der landesweiten Aktion aufgerufen. In einem Facebook-Post der Gruppe “Rettet die Frauen” hieß es: “Wir müssen demonstrieren und Unterschriften für unser Projekt sammeln. Wir gehen auf die Straße, weil der Kampf noch lange nicht vorbei ist. Es gibt neue Projekte, die uns unsere Freiheit und Würde wegnehmen und ein totales Abtreibungsverbot durchsetzen wollen.”

Eine Demonstrantin sagt: “Ich wurde in einem säkulären Staat geboren und ich wünschte, es würde so bleiben. Religion ist meine Privatangelegenheit. Ich bin dagegen, dass den Bürgern dieses Landes die katholische Sichtweise aufgezwungen wurde.”

Im letzten Jahr waren die Proteste erfolgreich: Der zuständige Parlaments-Ausschuss hatte die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes zunächst abgelehnt.

Das polnische Abtreibungsrecht zählt bereits zu den strengsten in Europa. Frauen können dort nur abtreiben, wenn sie vergewaltigt wurden, das Leben der Mutter in Gefahr ist oder das Kind eine schwere Behinderung hat.