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Pessimistische Anleger: Kataloniens Banken verlieren

Die Staatsfinanzen sind ein wichtiger Grund für die katalonischen Abspaltungstendenzen - Barcelona finanziert ein Fünftel des spanischen Haushalts

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Pessimistische Anleger: Kataloniens Banken verlieren

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Ein wichtiger Grund für den Frust der Katalanen sind die Finanzen: ihre Wirtschaftskraft pro Kopf liegt weit über dem spanischen Schnitt und Katalonien muss hohe Transferzahlungen an andere Regionen leisten. Die Katalanen fühlen sich ungerecht behandelt von der Zentralregierung. Madrid sieht das anders:

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos: “Für Katalonien wäre es viel besser ein Teil des spanischen Projekts zu bleiben. Seit 40 Jahren haben wir jetzt unsere Verfgassung, und wir hatten wirtschaftliches Wachstum, der Wohlstand aller ist seitdem gewachsen, und das trotz der tiefen Wirtschaftskrise der letzten 10 Jahre. Alles in allem waren diese 40 Jahre gute Jahre, für Spanien insgesamt, aber auch für die Region Katalonien.”

Das sehen die Katalanen anders: ihre Landsleute mit dem höchsten Haushaltseinkommen – das Baskenland und Navarra – sind “wirtschaftlich autonom”, ihre Steuereinnahmen bleiben in der Region. Im Vergleich zum baskischen Beitrag mit 6 Prozent steuert Katalonien fast 20 Prozent zum landesweiten Haushalt bei. Das heißt: Eine Entlastung Kataloniens würde die Grundversorgung in anderen Landesteilen gefährden. Kein Wunder also, das die spanische Börse mit Kursverlusten reagiert. Unter besonderem Druck standen die Banken, die in Barcelona ihren Hauptsitz haben – sie verloren 3 Prozent. Dafür steigen die Zinsen auf spanische Staatsanleihen – all das sind keine Anzeichen in ein Vertrauen der spanischen Wirtschaft, das es bald zu einer Einigung zwischen Madrid und Barcelona kommt.