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Katalonien-Krise: Puigdemont übt Kritik, will aber Dialog

Im Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens hat die Regionalregierung ihre Gesprächsbereitschaft mit Madrid bekräftigt. Auf der Abspaltung ihrer Region beharrt sie aber weiterhin.

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Katalonien-Krise: Puigdemont übt Kritik, will aber Dialog

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In einer mit Spannung erwarteten Rede hat der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont scharfe Kritik gegenüber König Felipe geübt. Dieser hatte zuvor in einer TV-Ansprache den Unabhängigkeits-Befürwortern ins Gewissen geredet und ihr Verhalten als „unverantwortlich“ verurteilt.

Puigdemont sagte am Mittwochabend: „Der König hat seine Rede im Namen der Regierung Rajoys gehalten. Und deren Politik war eine Katastrophe für Katalonien. Sie ignorieren Millionen von Katalanen, die anders denken, als sie selbst. Ich möchte mich direkt an den König wenden mit einer Sprache, die er kennt, versteht und spricht: So nicht! Mit ihrer Entscheidung haben sie sehr viele Katalanen enttäuscht, die Sie schätzen. Menschen, die Ihnen durch schwere Zeiten der Monarchie geholfen haben. Menschen, die von Ihnen einen anderen Ton und den Aufruf zum Dialog erwartet haben.

Puigdemont selbst gab sich gesprächsbereit, beharrt aber auf der Abspaltung Kataloniens. Das Ergebnis des Referendums sehe er als Verpflichtung. Die Regionalregierung in Barcelona geht davon aus, bis spätestens Anfang nächster Woche die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen zu können.