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Dschihad-Oma Christine (51) vor Gericht – sie liebt die Waffen und ihren Sohn

In Frankreich hat der Prozess gegen Christine R. begonnen, die ihrem Sohn nach Syrien zum IS gefolgt war.

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Dschihad-Oma Christine (51) vor Gericht – sie liebt die Waffen und ihren Sohn

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Vor Gericht in Paris sagt Christine R. (51), sie habe Waffen schon geliebt, bevor sie nach Syrien zu ihrem Sohn gereist sei, der in der Hierarchie der IS-Terrormiliz zum “Emir” aufgestiegen war. Zur Karriere im sogenannten “Kalifat” gratulierte die Mutter ihrem Sohn per SMS.

Ihre Familie meint, die Mutter – deren Eltern Schausteller waren und die in einem Heim für Behinderte im Nachtdienst gearbeitet hat – sei keine Terroristin, sie liebe nur ihren Sohn.

Anders als die meisten anderen Eltern in Frankreich hatte sie ihren jüngsten Sohn Tyler bestärkt, als er sich im Alter von 21 Jahren radikalisierte und 2013 nach Syrien reiste, um sich dem IS anzuschließen. Die Mutter – die aus Troyes im Osten von Paris stammt – ist jetzt angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Christine R. selbst reiste drei Mal nach Syrien und machte mit bei der Propaganda für den IS. In den sozialen Netzwerken ist sie auf mehreren Fotos zu sehen mit einer Waffe in der Hand. Die 51-Jährige, die jetzt vor Gericht ein Kostüm trägt und die Haare zu einem Dutt zusammengebunden hat, hatte in Syrien die strengen Regeln des Kalifats befolgt – und sogar einen Ägypter geheiratet, den sie gar nicht kannte. Auf ihrer Facebook-Seite soll sie Fotos von Enthauptungen und Kreuzigungen gepostet haben.

Festgenommen wurde Christine R. 2014, als sie nach Hause zurückgekommen war, bevor sie definitiv nach Syrien umsiedeln wollte – trotz der Bomben fühlte sie sich dort wohler, sagt die Angeklägte beim Prozess.
Im Gefängnis in Frankreich ist sie die älteste der etwa 30 anderen inhaftierten Frauen, die in Syrien waren, um die Terrormiliz zu unterstützen. Deshalb wird Christine R. auch “mamie djihad” genannt: “Dschihad-Oma”.

Auch ihr Sohn Tyler befindet sich mittlerweile in Haft in Frankreich, er wurde in der Türkei festgenommen und 2015 an die französischen Behörden ausgeliefert. Er soll in Syrien von den Anschlagsplänen gewusst haben, die am 13. November 2015 in Paris in die Tat umgesetzt wurden.