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Nachhallende Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper


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Nachhallende Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper

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Die Berliner Staatsoper Unter den Linden erstrahlt in neuem Glanz: Nach sieben Jahren Restaurierung und Umbau öffnete das prestigeträchtige Haus zum Tag der Deutschen Einheit wieder seine Pforten. Auf 275 Jahre Geschichte blickt die Staatsoper zurück, dreimal wurde sie zerstört. Die Restaurierung dauerte vier Jahre länger als geplant und wurde deutlich teurer.

Die Fans hatten lange auf diesem Moment gewartet.


Am Eröffnungsabend glänzte die Sopranistin und Operalia -Gewinnerin Elsa Dreisig, ein aufsteigender Stern am Opernhimmel, in Robert Schumanns Szenen aus Goethes Faust als Gretchen. Etwas Besonderes für die Mittzwanzigerin: “Es ist, als wäre ich Teil eines historischen Moments in der Musikgeschichte: Der Wiedereröffnung der Staatsoper Berlin.”




Der Komponist und Pianist Schumann setzte einige der bewegendsten Szenen aus Goethes Tragödie in Musik um. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim: “Es ist ein Stück, das Schumann über zehn Jahre beschäftigt hat, eine wunderbare Musik. Es ist keine Oper. Es ist inszeniert, es ist wie eine phantasievolle, szenische Fassung eines Oratoriums.”

Dreisig: “Für mich ist das Entscheidende bei Schumann die Harmonie. Das ist ein Werk, das eine große innere Reife des Komponisten erfordert, und man spürt sicherlich auch das Dilemma Schumanns, seine Konflikte. Es gibt da Passagen von enormer Traurigkeit.”

Nuanciert in der Titelrolle Roman Krekel, den Mephisto gab Réné Pape.



Schumanns Meisterwerk hallt bei der Aufführung im restaurierten Opernhaus in einer neuen, phänomenalen Akustik wider. Die ursprüngliche Decke wurde um fünf Meter angehoben und eine Galerie eingefügt, um die Nachhallzeit zu verlängern. “Der Klang muss eine Ausdauer haben”, führt Daniel Barenboim vor, indem er einmal in die Hände klatscht. “Das stirbt leicht und deswegen ist eine gute Akustik wichtig, eine, die es erlaubt, auf der einen Seite totale Durchsichtigkeit zu haben, dass man alle Details hört, und ebenso einen ausreichend langen Nachhall, dass es alles trägt.”



Elsa Dreisig: “Ich finde, dass wir als Künstler eine schöne Mission haben: diesem Ort neues Leben einzuhauchen, ihm seine künstlerische Seele wiederzugeben.”

Die Seele der Staatsoper ist ein starkes Haus-Ensemble. Barenboim leitet es (an): “Es ist wirklich mein Werk eines Vierteljahrhunderts. Es war immer etwas Wichtiges für dieses Haus, junge, neue Sänger zu finden und ihnen hier eine Basis für ihre Entwicklung zu geben. Und das möchte ich fortsetzen.”

Die Staatsoper schließt nach ihrer Wiedereröffnung aber auch gleich wieder für zwei Monate: Technische Anpassung ist noch nötig für den Opernbetrieb.

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