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Honig ist mit Pestiziden verseucht

75 Prozent aller Honige weltweit sind mit mindestens einem Neonicotinoid verseucht.

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Honig ist mit Pestiziden verseucht

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75 Prozent aller Honige weltweit enthalten mindestens ein Pestizid. Das hat eine Studie der Schweizer Universität von Neuenburg ergeben. Die Neonicotinoide gelangen über den von Bienen gesammelten Pollen und Nektar in den Honig. Die gemessenen Konzentrationen sind zwar nicht für den Menschen schädlich, aber für die Honigbienen:

“Wir wissen zum Beispiel, dass diese Chemikalien das Gehirn des Insekts angreifen. Sie stören ihre Lernfähigkeit und ihren Orientierungssinn, was für eine Biene wirklich wichtig ist. Honigbienen müssen ihren Weg zu und von den Blumenblättern und zurück in ihren Stock finden. Wenn sich Bienen verirren, sind sie so gut wie tot. Bei niedrigen Konzentrationen bringen die Chemikalien das Immunsystem der Honigbiene durcheinander, sodass sie sich mit Krankheiten infizieren”, sagt Professor David Goulson von der University of Sussex.

Die Forscher untersuchten 198 Honigproben von allen Kontinenten. Am höchsten war der Anteil verseuchter Proben dabei in Nordamerika mit 86 und Asien mit 80 Prozent. In Europa waren 79 Prozent aller Honigproben mit Neonicotinoiden kontaminiert.

“Die meisten dieser Chemikalien werden nicht von den Nutzpflanzen aufgenommen. Sie gehen in den Boden, etwa 95 Prozent von ihnen gehen in den Boden und gelangen so ins Grund- und Oberflächenwasser. Über Wurzeln kommen sie in andere Pflanzen wie Wildblumen, die neben den Nutzpflanzen wachsen”, so Goulson.

Neonicotinoide sind die weltweit am häufigsten eingesetzten Insektenbekämpfungsmittel: Ein Drittel der Äcker werden mit diesen Pestiziden behandelt.