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Österreich: 100.000€ für Seitenwechsel in Schmutzkampagne?

Im österreichischen Wahlkampf nimmt der Skandal um die Schmutzkampagne gegen den ÖVP-Chef Sebastian Kurz eine neue Wendung.

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Österreich: 100.000€ für Seitenwechsel in Schmutzkampagne?

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Der PR-Berater und ehemalige ÖVP-Pressesprecher Peter Puller behauptet, dass ihm im Juli ein Vertreter der ÖVP 100.000 Euro geboten habe, um Interna über die SPÖ-Kampagne zu verraten. Bei einem zweiten Treffen sei ihm sogar angeboten worden, als “Spitzel” zu arbeiten. Er könne dies mit SMS-Nachrichten belegen. Bei der ÖVP reagierte man fassungslos auf die neuen Enthüllungen. Ein Treffen wurde bestätigt, aber kein Geldangebot. Puller werde von der SPÖ gesteuert, hieß es.

Pikantes Detail: Letzterer ist nach wie vor Mitarbeiter des geschassten SPÖ-Wahlkampfberaters Tal Silberstein und hat die beiden Facebook-Seiten operativ betreut, die geschaffen wurden mit dem Ziel, Sebastian Kurz zu diffamieren. Angeblich geschah dies ohne Wissen der SPÖ-Parteiführung.


Der Schaden für den Nochkanzler und SPÖ-Spitzenkandidaten Christian Kern ist groß, sagt der Politexperte Thomas Hofer. “Selbst, wenn er nichts davon wusste, ist er in einer misslichen Lage, denn dies würde bedeuten, dass er die Kampagne nicht unter Kontrolle hatte und nicht wusste, was in seinem eigenen Wahlkampf passiert. Und das schädigt natürlich sein Ansehen, nicht nur als Parteiführer, sondern in der Republik.”

Die SPÖ lag Umfragen zufolge schon vor dem Skandal abgeschlagen an dritter Stelle. Zweitstärkste Kraft würde demnach die rechtspopulistische FPÖ hinter den Konservativen um Kurz.