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Flüchtlingscamps libyscher Schlepperbanden nach Kämpfen von der Armee übernommen

3000 Migranten wurden von der Armee aus Lagern der Menschenschmuggler übernommen. Die hatten die Seiten gewechselt und ließen sich dafür bezahlen, die Migranten festzuhalten statt nach Italien zu bringen

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Flüchtlingscamps libyscher Schlepperbanden nach Kämpfen von der Armee übernommen

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Im westlibyschen Küstenort Sabratha hat die Armee illegale Lager mit mehr als 3000 Migranten übernommen und geräumt. Die Lager wurden von ehemaligen Menschenschmugglern eingerichtet. Erst hatten sie das Geschäft vom so genannten IS übernommen, dann gerieten die heimischen Warlords selbst unter Konkurrenzdruck und änderten ihr Geschäftsmodell: statt Menschen nach Italien zu schmuggeln ließen sie sich nun dafür bezahlen, die Migranten in Nordafrika festzuhalten.

Die Machtkämpfe haben ihre Spuren hinterlassen – auch an den historischen Ruinen aus der Römerzeit, die jetzt Wiederaufbauhilfe brauchen. Professor Mohamed Arhuma ist Chef der örtlichen archäologischen Behörde: “Es ist Unterstützung für die Restaurierung, sowohl von der Libyschen Regierung, den Altertumsbehörden oder auch von der Unesco. Wir haben die Institutionen, auch internationale Universitäten. Und so Gott will haben wir auch die Expertise und die Möglichkeiten, um alles wieder in Ordnung zu bringen.”

Während der Kämpfe hatten Tausende den Ort verlassen, langsam kehrt die Normalität zurück. Und irgendwann vermutlich auch die Warlords, denn der Strom die Migranten wird sicher nicht enden.