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Gut Putzen: Was Sonnenenergie an Wasser verbraucht


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Gut Putzen: Was Sonnenenergie an Wasser verbraucht

Sonnenenergie scheint eine nicht versiegende Quelle leicht verfügbarer Energie zu sein. Doch was muss noch an der Solartechnologie verbessert und wettbewerbsfähiger gemacht werden?

Marokko – ein Paradies für Solarkraftwerke und für die Forschung auf dem Gebiet: Das Forschungszentrum Green Energy Park nahe Marrakesch befasst sich mit diversen Techniken, darunter die Konzentrierte Solarenergie, “Concentrated Solar Power” – kurz CSP.



Bei der CSP bündeln Reflektoren – wie Spiegel – das Sonnenlicht auf einem Absorber. Falk Mohasseb, Projektkoordinator des europäischen Forschungsprojekts MinWaterCSP: “Der große Vorteil von dem Einsatz der CSP-Technologie ist die kostenfreie Nutzung der Sonne, und darüber hinaus ist sie relativ kompakt zum Beispiel im Vergleich zur Photovoltaik, die sich ja auch als Konkurrenztechnik von CSP sieht.”

Das Problem: Die Spiegel sind im trockenen Klima mit Wüstenstaub schwer sauberzuhalten, und Wasser ist hier ohnehin schon knapp. Das Projekt MinWaterCSP sucht nach Lösungen. Unter anderem misst man die Reflektierfähigkeit der Spiegel, um die Reinigung so lange wie möglich aufzuschieben. Solarenergieforscher Ahmed Alami Merroui ist zuversichtlich: “Wenn wir die Reinigungszyklen optimieren und Materialien für Beschichtungen gegen Verschmutzung entwickeln und andere Reinigungstechniken, können wir auf jeden Fall Lösungen finden.”



Noch mehr Wasser als bei der Reinigung wird für die Kühlung benötigt. Deshalb entwickeln die Forscher Kühlsysteme, die statt Wasser Luft nutzen. Und sie suchen Lösungen für das Problem der Kalk- und Salzablagerungen auf den Rohren, die das Kühlwasser hinterlässt. Diese Ablagerungen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit des Kühlapparates und damit der gesamten Anlage, indem sie den Wärmeaustausch zwischen dem Rohr und dem Kühlwasser behindern.

Um herauszufinden, welche chemischen Substanzen das Kühlsystem am meisten beeinträchtigen, testen die Forscher verschiedene Salze in einem System, das ständige Wasserkühlung simuliert. So können sie die Substanzen herausfinden, die entfernt werden sollten, um das sogenannte Fouling, die Ablagerungen aus dem Kühlwasser, zu vermeiden.



Kühlsysteme könnten auch in größerem Maße Brauchwasser aus anderen Industrieanlagen weiterverwenden. All diese Ansätze zur Senkung des Wasserverbrauchs sollen die CSP-Technologie wettbewerbsfähiger machen und populärer in Regionen, die bislang auf fossile Energie setzten. Mohasseb: “Es kann sehr wohl einen großen Unterschied machen insbesondere in der Verfügbarkeit von Wasser in Regionen, die vorher für CSP-Anlagen nicht so interessant waren. Die können jetzt interessant werden. Und zum anderen ist es natürlich für diese Länder wichtig, von der Abhängigkeit von Kohle, Öl oder ähnlichen fossilen Energieträgern wegzukommen.”

Die Forscher schätzen, dass die technologischen Verbesserungen bis zu ein Viertel beim Wasserverbrauch für die Reinigung einsparen helfen können und bis zu 95 Prozent beim Kühlwasser.

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