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Clinton über Weinstein-Skandal: "Ich bin schockiert"

Immer mehr Hollywood-Größen distanzieren sich angesichts der Sex-Vorwürfe von Filmmogul Harvey Weinstein.

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Clinton über Weinstein-Skandal: "Ich bin schockiert"

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Der Skandal um US-Filmmogul Harvey Weinstein weitet sich aus. Angesichts der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung distanzierten sich weitere Hollywood-Größen von dem 65-Jährigen. Angelina Jolie etwa berichtete von einer “schlechten Erfahrung” mit Weinstein in ihrer Jugend. Sein Verhalten sei “inakzeptabel”.

Gwyneth Paltrow erklärte, Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen. Sie habe sich aber geweigert. Auch Ashley Judd und Rose Magowan erhoben Vorwürfe.

Die US-Zeitschrift “The New Yorker” veröffentlichte einen polizeilichen Mitschnitt eines Gesprächs zwischen Weinstein und dem italienischen Model Ambra Battilana aus dem Jahr 2015:

“Warum haben Sie gesten meine Brust berührt?”, fragte Battilana.

Weinstein:“Oh, bitte, es tut mir leid, kommen Sie doch rein. Ich bin das gewohnt. Kommen Sie doch. Bitte.”

Battilana:“Sie sind das gewohnt?”

Weinstein:“Ja. Kommen Sie rein.”

Battilana:“Nein. Ich bin das nicht gewohnt.”

Weinstein:“Ich werde das nicht wieder tun. Kommen Sie und setzen sie sich hier hin. Setzen Sie sich hierhin für eine Minute.”

Battilana:“Nein, ich will nicht.”

Inmitten der Vorwürfe trennte sich auch Ehefrau Georgina Chapman nach zehnjähiger Beziehung von Weinstein. Die Zeitschrift “People” zitierte die 41-jährige Modedesignerin, sie leide mit allen Frauen, die nach “diesen unverzeihlichen Aktionen” unermesslichen Schmerz erlitten hätten.

Der “New York Times” zufolge soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Weinstein hatte daraufhin erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen.

Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung.

Die nationale Organisation der Demokratischen Partei in den USA erklärte, frühere Parteispenden Weinsteins würden jetzt an Frauenrechtsorganisationen weitergeleitet. Auch die Demokratin und frühere US-Außenministerin Hillary Clinton, die von Weinstein in früheren Wahlkämpfen unterstützt wurde, ging auf Distanz. Über Twitter erklärte Clinton, sie sei schockiert und abgestoßen gewesen von den Enthüllungen über Harvey Weinstein. Sein Benehmen sei so, wie es von Frauen geschildert wurde, nicht zu tolerieren. Deren Mut sei entscheidend, um solche Verhaltensweisen zu stoppen.