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Oskar-Akademie berät über Ausschluss von Filmproduzent Harvey Weinstein

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Oskar-Akademie berät über Ausschluss von Filmproduzent Harvey Weinstein

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Der Skandal um Hollywood-Filmproduzent Harvey Weinstein weitet sich aus. Nach Medienberichten ermittelt nun die New Yorker Polizei wegen sexueller Übergriffe des 65-Jährigen, die ins Jahr 2004 zurückreichen. Auch Scotland Yard erwägt britischen Medien zufolge ein Ermittlungsverfahren. Mittlerweile haben 13 Frauen angegeben, von Weinstein sexuell belästigt worden zu sein.

Die Oskar-Akademie bezeichnete das in den Vorwürfen beschriebene Verhalten als “widerlich, abscheulich und gegensätzlich zu den hohen Standards der Akademie und der kreativen Gemeinschaft, für die sie steht”, heißt es in einem Statement. Am Samstag soll auf einer Sondersitzung über den Ausschluss des Produzenten aus der Akademie beraten werden.

Nach den ersten Belästigungsvorwürfen war Weinstein bereits von seiner eigenen Firma, der Weinstein Company, gefeuert worden. Die französische Schauspielerin Léa Seydoux beschrieb in einem Zeitungsinterview, wie Weinstein versucht habe, sie gegen ihren Willen zu küssen. Sie habe viel Kraft gebraucht, um sich zu wehren. Alle Mädchen in Hollywood hätten Angst vor ihm gehabt.

Weinstein ist seit mehr als zwanzig Jahren Mitglied des mächtigsten Verbands der US-Filmindustrie. Seine mit den Miramax-Studios und der Weinstein Company produzierten Filme wurden von der Academy mit insgesamt 81 Oscars ausgezeichnet. Fünf davon gewannen den Oscar als bester Film, für “Shakespeare in Love” gewann Weinstein persönlich
den Oscar als bester Produzent. Der US-Frauenverband NOW rief dazu auf, Weinstein die Mitgliedschaft zu entziehen.