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Müll-Inseln im Pazifik: Bald 196. UN-Mitglied?

Der riesige Teppich aus Plastikmüll inmitten des pazifischen Ozeans wächst und wächst. In einer Petition fordern bisher 135.000 Menschen die internationale Anerkennung.

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Müll-Inseln im Pazifik: Bald 196. UN-Mitglied?

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Schon vor 20 Jahren entdeckten Wissenschaftler die sogenannten “Trash Isles”, Teppiche aus Plastikmüll, die im Pazifischen Ozean herumschwimmen.

Jetzt hoffen Umweltschützer, den Müllstrudel international anerkennen zu lassen: Bei den Vereinten Nationen liegt eine Mitgliedsanfrage vor. Doch die Aussichten des Projekts sind momentan schlecht, nach Angaben von Stéphane Dujarric, Sprecher des UNO-Generalsekretärs, gehen sie gar “gegen Null”.

Die Initiative der Nichtregierungsorganisation Plastic Oceans und der Internetseite LADbible sei “eine sehr innovative und kreative Idee, um auf ein Problem aufmerksam zu machen, für das es bisher wenige Lösungen gibt”, so Dujarric. Doch die Chancen auf die Anerkennung der Müllansammlung sei extrem gering.

Dujarrics Stellungnahme zu den Trash-Isles im Rahmen einer Pressekonferenz

The UN’s Response On Trash Isles from LADbible Group on Vimeo.

Doch die Initiatoren der UN-Anerkennung ließen sich von dieser Abfuhr nicht entmutigen. Kurzerhand erklärten sie Dujarric zum Staatsbürger der Müllinseln. Man habe ihm verschiedene Dokumente zukommen lassen, darunter ein Pass, eine Bescheinigung über die Staatsbürgerschaft und eine Postkarte mit “Grüßen von den Müllinseln”.

“Die Bürger der Trash-Isles reagieren.”


In dem an Dujarric gerichteten Schreiben zeigen sich die Umweltschützer optimistisch. “Ihnen zufolge tendiert unsere Initiative gegen Null, sie ist aber nicht gleich Null. Wenn man die UN vor 50 Jahren gefragt hätte, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich im nördlichen Pazifik ein Müllteppich von der Größe Frankreichs bildet, hätte man vielleicht auch gesagt dass die praktisch gegen Null gehen. Und jetzt schauen Sie mal, wie weit es gekommen ist.”


Das Ziel der Initiative ist, es auf die riesige Ansammlung von Müll aufmerksam zu machen, der sich seit Jahrzehnten im Pazifik anstaut. Jedes Jahr kommt tonnenweise Müll hinzu.

Mehr als 135.000 Menschen haben im Internet eine Petition unterschrieben, in der die Anerkennung des “Müllstaats” von der UNO gefordert wird. Auch zahlreiche Promis setzen sich für die Kampagne ein, darunter der britische Leichtathlet Mo Farah und der ehemalige US-Vizepräsdent Al Gore, der symbolisch als erster Staatsbürger der Trash-Isles gilt.

Auch eine eigene Währung, den Debris und ein Wappen haben die Trash-Isles. Zudem werde überlegt, eine Fußballnationalmannschaft zu gründen. Damit die aber zum Einsatz kommen kann, liegt der Ball erstmal im Feld der Vereinten Nationen.