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Zwickmühle auf Katalanisch - Puigdemont von zwei Seiten unter Druck

Für Carles Puigdemont wird es ungemütlich - Freunde und Feinde fordern eine klare Aussage, ob denn die Unabhängigkeit erklärt sei oder nicht. Rajoys Ultimatum läuft am Montag ab.

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Zwickmühle auf Katalanisch - Puigdemont von zwei Seiten unter Druck

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Offiziell stand Carles Puigdemont wegen der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen bisher nur aus Madrid unter Druck. Nachdem er das Kunststück vollbracht hat, die Unabhängigkeit sowohl zu erklären als auch gleichzeitig zu verschieben, wächst die Unzufriedenheit in seiner Gefolgschaft als auch bei seinen Partnern. Linksrepublikaner und radikale Unabhängigkeitsverfechter setzen Puigdemont nun mehr oder weniger höflich im Ton, aber hart in der Sache unter Druck.

Oriol Junqueras, Führer der ERC: “Wir möchten daran erinnern, das wir unsere besondere Unterstützung für den Präsidenten der katalanischen Regierung zur Umsetzung der Mandate aus den Regionalwahlen und des Referendums vom 1. Oktober nochmals bestätigen – das Mandat, die katalanische Republik zu bauen und gestalten.”

Von den radikalen Unabhängigkeitsverfechtern kommt die gleiche, aber unverblümter formulierte Forderung nach Eindeutigkeit. Ihre Position heißt: erst die Unabhängigkeit, mit Madrid kann man später noch reden.

Nuria Gibert ist Sprecherin der CUP: “Wir haben heute entschieden, wir bestehen und bestehen noch einmal auf der Notwendigkeit und der Forderung an Herrn Puigdemont, klar, deutlich und öffentlich klar zu stellen, daß das Referendum umgesetzt wird und Montag die Proklamation erfolgt.”

Für Puigdemont wird es jetzt ungemütlich – auch der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy will eine klare Aussage haben, ob denn die Unabhängigkeit nun erklärt sei oder nicht. Rajoys Ultimatum läuft am Montag ab.