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Londoner Filmfestival reagiert auf Weinstein-Skandal

Der Abschlussfilm, eine derbe Komödie über eine schlagkräftige Frau, die auf ihre Weise Gerechtigkeit sucht, klingt wie eine Antwort auf den aktuellen Skandal um US-Produzent Harvey Weinstein.

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Mit einer starken Frauengeschichte ist das Londoner Fim Festival zu Ende gegangen: “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” mit Frances McDormand, Sam Rockwell und Woody Harrelson.

Die derbe Komödie über eine schlagkräftige Kleinstadtmutter, die auf ihre Weise Gerechtigkeit für den Mord an ihrer Tochter sucht, ist wie eine Antwort auf den aktuellen Skandal um US-Produzent Harvey Weinstein, der die dunkle Seite Hollywoods zum Vorschein gebracht hat und immer weitere Kreise zieht. Nach Vorwürfen sexueller Belästigungen hat inzwischen die Oscar-Akademie Weinstein ausgeschlossen.

Auf dem Londoner Festivalteppich reagierten die Stars. “Hollywood sollte den Menschen dienen, nicht dem eigenen Portemonnaie”, so Darsteller Clarke Peters. “Hollywood sollte den Horizont der Menschen erweitern, statt sie zu verdummen. Und Hollywood sollte einen Weg finden, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen,”

“Es sind furchtbare Vorwürfe”, bestätigte Sam Rockwell. “Es ist gut, dass dieses Problem endlich beleuchtet wird.”

“Eine gute Sache”, fand Regisseur Martin McDonagh, das hätte schon vor Jahren geschehen sollen.

“Alle reden über Harvey”, beschwerte sich Woody Harrelson. Das ist das Letzte, worüber er sprechen möchte.

Der Film mit einer bärenstarken Frances McDormand, die mit allen erdenklichen Mitteln versucht, den örtlichen Sheriff dazu zu bringen, sich intensiver um den Mord an ihrer Tochter zu kümmern, ist nichts für empfindliche Gemüter. Es wird kräftig geflucht und noch kräftiger zugeschlagen. Ab Januar auch auf den deutschsprachigen Leinwänden.