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"Das ist Krieg, keine Tragödie": Sohn spricht über Mord an Journalistin auf Malta

Matthew Caruana Galizia beschrieb den Moment, in dem er seine Mutter fand, in einem Facebook-Eintrag.

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"Das ist Krieg, keine Tragödie": Sohn spricht über Mord an Journalistin auf Malta

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Der Sohn von Maltas wohl bekanntester investigativen Journalistin, die durch eine Autobombe getötet wurde, hat zum Mord an seiner Mutter Stellung genommen.

In einem langen Eintrag auf Facebook beschrieb Matthew Caruana Galizia, der selbst Journalist ist, wie hilflos er sich fühlte, als er an den Tatort kam.

“Ich werde niemals vergessen, wie ich in dem Flammenmeer auf dem Feld herumgelaufen bin und versucht habe, die Tür des Autos öffnen, die Hupe dröhnte noch und ich brüllte zwei Polizisten an, die mit einem einfachen Feuerlöscher daherkamen”, schrieb der junge Mann.

Die Explosion war das Fahrzeug der Journalistin in ein nahegelegenes Feld nahe der Ortschaft Bidnija, im Norden Maltas, geschleudert worden.

Der Körper seiner Mutter sei völlig zerfetzt gewesen. “Es tut mir leid, so anschaulich zu werden, aber so sieht Krieg aus, und das sollten Sie wissen”, schrieb Matthew Caruana Galizia weiter.

“Das war kein gewöhnlicher Mord, das war nicht tragisch. Tragisch ist es, wenn jemand von einem Bus überfahren wird. Wenn man von Blut und Feuer umgeben ist, dann ist das Krieg.”

“Meine Mutter wurde umgebracht, weil sie zwischen den Gesetz und denen stand, die es brechen wollten, wie viele mutige Journalisten. Aber sie wurde auch zur Zielscheibe, weil sie die einzige war, die das tat.”

Die Insel befindet sich in einem Schockzustand. Behörden zufolge ist es der erste Mord an einer Journalistin auf Malta.

Auf ihrem Blog berichtete Caruana hauptsächlich über die Korruption in Malta. So arbeitete sie beispielsweise an den “Malta Files”, einem Bericht über Steuerhinterziehung von EU-Unternehmen auf Malta im großen Stil.

Der Regierungschef des Inselstaats Joseph Muscat sprach von einer “tückischen Attacke auf einen Bürger und auf die Meinungsfreiheit”. Auch der Oppositionschef Adrian Delia verurteilte die Tat. Beide Politiker hatten Daphne Caruana Galizias Blog in der Vergangenheit kritisiert.

Am Montagabend hielten 3.000 Menschen in Sliema eine Mahnwache für die tote 53-Jährige.

Nur eine halbe Stunde bevor sie durch die Bombe ums Leben kam, hatte sie auf ihrem Blog geschrieben: “Wo man hinschaut, sieht man Gauner. Die Situation ist zum Verzweifeln.”