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Ein in Tschetschenien Verfolgter Homosexueller berichtet: "Es war voller Blut"

Der offen homosexuell lebende Maxim Lapunov hat in Moskau öffentlich die Misshandlung von Schwulen in Tschetschenien angeprangert. Ähnliche Vorwürfe waren zuvor in Russland nur anonym ausgesprochen worden.

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Einen mutigen Weg hat Maxim Lapunov gewählt, um die Verfolgung von Homosexuellen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien anzuprangern. Der offen schwul lebende 30-jährige gab eine Pressekonferenz in Moskau, um seine Misshandlung in einem tschetschenischen Gefängnis zu schildern und offiziell Ermittlungen durch russische Behörden zu fordern. Er sei am 16. März gemeinsam mit seinem Partner in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny festgenommen worden. Dort hatte er als Manager von Veranstaltungen gearbeitet.

Nach der Festnahme folgte laut seiner Darstellung ein Martyrium über Tage hinweg:“Sie haben mich in einen Raum gebracht. Er war rund zwei mal zwei Meter groß und ein Viertel des Bodens war voller Blut. Es war eher frisches Blut, vielleicht ein paar Tage alt, und es war teilweise versickert. Die zwölf Tage im Gefängnis habe ich im Keller verbracht. Ich habe auf Pappkartons auf dem Boden geschlafen. Zement, mit Kartons bedeckt. Unter den Kartons war eine riesige Blutlache. Sie haben mir immer auf die Arme und Beine geschlagen. Als ich Tschetschenien verlassen habe, konnte ich kaum noch kriechen.”

Die systematische Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien war im April von der regierungskritischen russischen Zeitung Nowaja Gaseta aufgedeckt worden. Menschenrechtsgruppen berichteten von mindestens 100 männlichen Opfern in Tschetschenien.

Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow hat die Existenz Homosexueller in der Teilrepublik stets bestritten. Die Regierung erklärte, man könne nichts verfolgen, was es nicht gebe.