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Mordprozess in Freiburg: Flüchtling etwa 3 Mal pro Woche kurz gesehen

Im Prozess um den Mord an der Studentin in Freiburg hat der Vater der Pflegefamilie ausgesagt, in der der Flüchtling aus Afghanistan lebte. Der Arzt sah den jungen Mann nicht oft.

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Mordprozess in Freiburg: Flüchtling etwa 3 Mal pro Woche kurz gesehen

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Im Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. hat der Vater der Pflegefamilie ausgesagt, in der der Flüchtling zur Tatzeit lebte.

Hussein K. ist angeklagt, im Oktober 2016, die 19-jährige Studentin in einem Park in Freiburg vergewaltigt und getötet zu haben.
Der Pflegevater, ein 61-jähriger Kinderarzt, sagte vor dem Landgericht aus, sein Ziel sei es gewesen, die Selbstständigkeit des jungen Mannes zu stärken.

Der Pflegevater, in dessen Haus Hussein K. von Ende April bis zu seiner Verhaftung Anfang Dezember vergangenen Jahres lebte, beschrieb den Angeklagten als «freundlich, aber distanziert». Hussein K. habe es abgelehnt, über seine Herkunft, sein Alter oder anderes Persönliches zu sprechen. Er sei um Distanz bemüht gewesen. Alkohol- oder Drogenkonsum, wie der Angeklagte vor Gericht gestanden hat, habe er nicht mitbekommen, sagte der Mediziner. Im Schnitt habe er dreimal wöchentlich kurz Kontakt zu dem jungen Flüchtling gehabt.

Zusammen mit einem weiteren Flüchtling habe Hussein K. eigenständig in einer separaten Wohnung gelebt, näheren regelmäßigen Kontakt zur Pflegefamilie oder den Behörden habe es nicht gegeben, sagte der Pflegevater weiter. Ähnlich hatte sich vor einer Woche bereits die Pflegemutter geäußert.

Der junge Mann war im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen und als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling eingestuft
worden. Er hatte angegeben, aus Afghanistan zu stammen und 17 Jahre alt zu sein. Ihm werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung
vorgeworfen.
Weil Hussein K. im Jahr 2013 war Hussein K. auf Korfu eine junge Frau von einer Klippe gestürzt hatte, war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Wenig später tauchte er unter und in Deutschland wieder auf. Von seiner kriminellen Vorgeschichte wussten die deutschen Behörden nichts, weil sie von Griechenland nicht informiert worden waren. Zudem besteht der Verdacht, dass Hussein K. zuvor im Iran eine Zwölfjährige vergewaltigt hat. Er selbst äußerte sich zu diesen Taten im Prozess bislang nicht.