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Bio-Kremation: Sind verflüssigte Leichen der neue Bestattungstrend?

Übrig bleibt eine braune Flüssigkeit, die für die Umwelt bedenkenlos im Abfluss entsorgt werden kann.

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Bio-Kremation: Sind verflüssigte Leichen der neue Bestattungstrend?

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In Kalifornien hat der Gouverneur ein Gesetz unterzeichnet, das es erlaubt, Leichen zu Bestattungszwecken aufzulösen.

Die sogenannte alkalische Hydrolyse ist bereits in 14 anderen US-Bundesstaaten erlaubt, darunter Florida, Colorado und Oregon sowie in drei kanadischen Provinzen. In Europa kommt die Bestattungsart bisher nicht zum Einsatz.

Was in den USA auch Bio-Kremation genannt wird, soll eine besonders umweltfreundliche Methode sein.

Wie soll das funktionieren?

Wie die Bestatterin Caitlin Doughty erklärt, wird der Leichnam in einem Druckbehälter aus Edelstahl in eine stark konzentrierte Kalilauge gelegt.

90 Minuten dauert der Prozess, der unter der Erde mehrere Jahrzehnte dauert. “Es ist fast wie eine Blitz-Verwesung”, so Doughty.

Übrig bleibt eine braune Flüssigkeit, die für die Umwelt bedenkenlos im Abfluss entsorgt werden kann.

Nur einige Knochenreste sowie Metall- oder Keramikimplantate, etwa aus Prothesen, können zurückbleiben.


Was ist daran umweltfreundlich?

Eine Studie von niederländischen Forschern belegt die Umweltfreundlichkeit der Bestattungsmethode, von der auch Doughty überzeugt ist.

Bei der Einäscherung von Leichen werden über 200 Gase freigesetzt. Im Fall der Beerdigung werden unter anderem Holz, Verkleidung, Metall und Zement als Abfall angesehen.

Die folgende Grafik zeigt die Umweltbelastung verschiedener Bestattungsmethoden.

Befürwortern unterstreichen, dass die Reste, die bei der alkalischen Hydrolyse entstehen, als Dünger benutzt werden können und auch unbedenklich für die Wasseraufbereitung sind.

In den USA hat die katholische Kirche die Bestattungsform kritisiert, sie zeige nicht ausreichend Respekt gegenüber dem menschlichen Körper.