Eilmeldung

Eilmeldung

Terrormiliz IS verliert ihre „Hauptstadt“ Al-Rakka

Mit dem Fall Al-Rakkas verliert der IS nach Mossul im Nordirak auch seine wichtigste Hochburg in Syrien. Das US-Militär schätzt, dass sich in beiden Ländern noch rund 6500 IS-Kämpfer befinden.

Sie lesen gerade:

Terrormiliz IS verliert ihre „Hauptstadt“ Al-Rakka

Schriftgrösse Aa Aa

Die Terrormiliz IS hat nach monatelangen Kämpfen ihre inoffizielle Hauptstadt Al-Rakka in Nordsyrien verloren. Die US-Amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte habe die einstige Extremistenhochburg nach US Militärangaben jetzt zu 90 Prozent erobert. Hunderte syrischer IS-Kämpfer hatten sich in den letzten Tagen ergeben, jetzt gebe es nur noch einige Widerstandsnester ausländischer Dschihadisten. Die SDF werden von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihnen gehören aber auch arabische Kämpfer an. Im November vergangenen Jahres hatten die SDF die Offensive auf Al-Rakka begonnen. Nachdem die Stadt eingekreist worden war, begann Anfang Juni der Sturm auf die IS-Bastion.

JIHAN AHMED, Sprecherin der SDF: “Wenn die Stadt wieder sicher ist, werden wir Rakka wieder aufbauen; es wird schöner als zuvor nach all den Opfern, die die Märtyrer der Freiheit gebracht haben, die Märtyrer unserer Befreiungsoperation. Rakka wird wieder schöner werden als vorher, weil unsere Opfer das möglich gemacht haben.“

Die Aufräumaktionen könnten Wochen dauern: wie in anderen Städten auch hat der IS in Al-Rakka Hunderte, wenn nicht Tausende Sprengfallen und Minen hinterlassen. Tausende hatten aus der belagerten Stadt fliehen können, bei den Kämpfen starben seit Juni laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte 3250 Menschen – mehr als ein Drittel davon Zivilisten. Das siegreiche SDF-Bündnis wurde bei der Schlacht um Al-Rakka von Luftangriffen der US-geführten Internationalen Koalition und von Spezialeinheiten am Boden unterstützt. Bei den Bombardements kamen auch Hunderte Zivilisten um. Hunderttausende Unbeteiligte waren vor den Kämpfen aus der Region geflohen.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten schon die wichtigsten Teile seines „Kalifates“ in Syrien und im Irak verloren. Nachdem die Extremisten an fast allen Fronten zurückgedrängt worden waren, bleibt ihnen als Rückzugsort neben größeren Wüstenregionen nur noch das Siedlungsgebiet am Euphrat im Grenzgebiet von Syrien und dem Irak. Das US-Militär schätzt, dass sich in beiden Ländern noch rund 6500 IS-Kämpfer befinden.