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Streit um Trump-Aussage über getöteten Soldaten

Donald Trump soll sich nicht angemessen zum Tod eines im Niger gefallenen Soldaten geäußert haben. Der US-Präsident weist die Vorwürfe zurück.

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Streit um Trump-Aussage über getöteten Soldaten

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In den USA ist ein Streit entbrannt über die Frage, was Präsident Donald Trump zur Witwe eines getöteten US-Soldaten gesagt hat.

David Johnson, 25, kam Anfang Oktober gemeinsam mit drei weiteren US-Soldaten bei einem islamistischen Angriff im Niger ums Leben.

Am Dienstag rief Präsident Donald Trump Johnsons Witwe Myesha an, die derzeit mit ihrem dritten Kind schwanger ist.

Dabei soll er gesagt haben, “Johnson wusste, worauf er sich einließ.”

So zumindest schildert es die demokratische Kongressabgeordnete Frederica Wilson, die das Telefonat mitgehört haben will.


Wilson: “So etwas sagt man nicht zu einer 23 Jahre alten Frau, die zwei Kinder hat und schwanger ist. Du bist der Präsident der Vereinigten Staaten. Als solcher sagt man: es tut mir sehr leid, dein Mann war ein Held.”

Die Mutter des getöteten Soldaten bestätigte Wilsons Aussage. Sie habe das Telefonat ebenfalls mitangehört, sagte sie.

Donald Trump hingegen wehrte sich. Bei Twitter schrieb er, was Wilson sage, sei komplett erfunden, er könne das beweisen. Bisher wurden allerdings keine Beweise vorgelegt. Außerdem warf er seinem Vorgänger Barack Obama und anderen ehemaligen US-Präsidenten vor, sich nie oder selten bei Hinterbliebenen gefallener Soldaten gemeldet zu haben – was aber rasch widerlegt werden konnte.


Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte: “Ich finde es abstoßend, was die Kongressabgeordnete getan hat, wie sie dieses Thema politisiert hat, wie sie versucht, dies zu etwas zu machen, was es nicht ist. Trump liebt unser Land, er respektiert unsere Soldaten und wollte der Familie kondolieren. Was die Kongressabgeordnete tut, ist abstoßend und widerlich.”

Weiter erklärte Sanders, das Telefonat sei nicht aufgezeichnet worden, da es privat gewesen sei. Mehrere Zeugen hätten das Gespräch mitverfolgt, es sei – so wörtlich – sehr respektvoll verlaufen.

Trump versprach Hinterbliebenen 25.000 Dollar aus eigener Tasche


Auch ein weiterer Fall sorgt für Schlagzeilen: Trump soll dem Vater eines anderen, in Afghanistan gefallenen Soldaten 25.000 Dollar versprochen haben.

Trump habe ihn wenige Wochen nach dem Tod seines 22-Jährigen Sohnes in Afghanistan angerufen, sagte Chris Baldridge der “Washington Post”. Er habe dem Präsidenten von seiner Frustration über die Hinterbliebenenzahlungen des Militärs erzählt.

Trump habe daraufhin gesagt, er werde ihm einen Scheck aus seiner eigenen Tasche über 25.000 US-Dollar ausstellen. Dies sei jedoch nicht passiert.