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Dutzende Tote bei Anschlägen in Afghanistan

In Afghanistan eskaliert die Gewalt. Ein Grund sind offenbar US-amerikanische Militäroffensiven im Land. Die IS-Miliz tötet Schiiten, weil sie in ihren Augen Abtrünnige sind.

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Nach den blutigen Anschlägen auf zwei Moscheen in Afghanistan ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf mindestens 89 gestiegen. In der schiitischen Imam-Zaman-Moschee in der Hauptstadt Kabul hatte am Freitag ein Selbstmordattentäter der Miliz Islamischer Staat das Feuer eröffnet und anschließend seinen Sprengstoffgürtel gezündet. 56 Menschen wurden getötet, 55 weitere zum Teil schwer verletzt.

Bei einem zweiten Anschlag auf eine sunnitische Moschee in der zentralafghanischen Provinz Ghor kamen mindestens 33 Menschen ums Leben. Regionale Politiker vermuteten die radikalislamischen Taliban hinter dem Attentat. Zum Zeitpunkt des Anschlags soll sich ein Gegenspieler der Taliban in der Moschee aufgehalten haben.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in Kabul sprengte sich ein Unbekannter vor dem Eingang einer Militärakademie in die Luft. Das Verteidigungsministerium in Kabul erklärte, mindestens 15 Kadetten seien getötet und vier weitere Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte neben einem offenbar vollbesetzten Kleinbus. Wenige Stunden später reklamierten die Taliban den Anschlag für sich.


Die Taliban hatten am Freitag von einem Rachefeldzug für die neue Afghanistan-Strategie der US-Regierung gesprochen. Sie sieht eine Wiederaufstockung der Truppen im Land um mehrere Tausend Mann vor, um die oft überforderten afghanischen Streitkräfte zu unterstützen. Ihre Luftangriffe gegen Taliban und IS-Miliz haben die USA schon erheblich verstärkt.