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Tod einer Journalistin: Tausende demonstrieren auf Malta

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Tod einer Journalistin: Tausende demonstrieren auf Malta

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Auf Malta haben tausende Menschen für die Aufklärung des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia demonstriert. In den Straßen der Hauptstadt Valetta forderten sie außerdem ein Ende von Korruption in Politik und Behörden.

Die Journalistin war vor wenigen Tagen von einer Autobombe getötet worden. Sie hatte unter anderem im Umfeld der Panama-Papers-Enthüllungen recherchiert und Mitarbeiter des maltesischen Ministerpräsidenten beschuldigt, Briefkastenfirmen zu betreiben. “Überall sind Gauner” hatte Caruana Galizia noch kurz vor ihrem Tod auf ihrem Blog geschrieben.

Christopher Deloire von der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen zog Parallelen zu dem Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo. In Anlehnung an den Ausspruch “Ich bin Charlie” sagte er in einer Ansprache, heute sei man hier, um “Ich bin Daphne” zu sagen.

Als Angriff auf die freie Presse sehen viele den Anschlag auf die Journalistin. Doch die Hintergründe der Tat sind bisher im Dunkeln. Bereits zuvor hatte es auf Malta fünf Anschläge mit Autobomben gegeben, alle sind nicht aufgeklärt worden. Die Familie der Getöteten sieht eine indirekte Mitschuld an den Verhältnissen in Malta bei Ministerpräsident Joseph Muscat. Sie fordert den Rücktritt des Politikers, der früher selbst Journalist war. Erst im Juni hatte er mit seiner Partei die vorgezogenen Parlamentswahlen deutlich gewonnen.