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Aufschrei oder Aufklärung? Öffentliche Schlachtung von 2 Schweinen in der Schweiz

Ein Metzger in Sissach in der Schweiz will zwei Schweine öffentlich schlachten. Gegen die Säuli-Schlachtung gibt es Protest, aber es haben sich auch 150 Interessierte angemeldet.

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Aufschrei oder Aufklärung? Öffentliche Schlachtung von 2 Schweinen in der Schweiz

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An diesem Samstag will ein Metzger in Sissach in der Schweiz zwei Schweine öffentlich schlachten und damit eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Früher gab es öffentliche Metzgete oder Hausmetzgete. Jetzt will Metzger Rolf Häring das Schlachten von Schweinen vom Bolzenschuss bis zur Wurstherstellung didaktisch anschaulich erklären. Die Befürworter der Aktion sagen, es solle gezeigt werden, wo das Fleisch herkommt.

Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert die Aktion in der Zeitung “Blick”: “Wir halten die Aktion für einen unnötigen Gag, bei dem man die Angst der Tiere zur öffentlichen Zirkusnummer macht”.

Doch es gibt nicht nur Gegner, sondern auch Interessierte: Für das gemeinsame Wurstessen am Abend haben sich laut NZZ bereits mehr als 150 Leute angemeldet. Die Schweine werden auch nicht mitten im Ort, sondern in einem Zelt geschlachtet.

Auf der Internetseite der Gemeinde Sissach wird das Event so angekündigt:

“Am 28. Oktober 2017 können Interessierte ab 8 Uhr auf dem Schaffner-Areal, neben dem China Restaurant Chang Cheng, Hauptstrasse 43 in Sissach hautnah miterleben, wie zwei Schweine des Gutsbetriebs des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain geschlachtet und verarbeitet werden. Damit soll die Hausmetzgete, wie sie früher Tradition war, wieder in Erinnerung gerufen werden. Fachmänner vor Ort werden die einzelnen Arbeitsgänge kommentieren und stehen für Fragen zur Verfügung. Zudem können die Besucher ihre eigene Schweinsbratwurst stossen.
Im Anschluss an die Schlachtung wird ab 16 Uhr am gleichen Ort ein Wurstmahl zelebriert. Dabei kommen die Gäste in der gemütlichen Festhütte für 32 Franken in den Genuss von Blut-, Leber- und Schweinsbratwurst, grünem Speck, Zwiebelsauce, Sauerkraut, Kartoffelstock und Lederapfelschnitzen. Zum Schluss wird als Krönung eine Meringue mit Rahm serviert. Wein, Bier, Mineral, Kaffe und Schnaps sorgen dafür, dass niemand Durst leiden muss. Ein allfälliger Reinerlös des Anlasses wird dem Frauenverein Sissach gespendet.”

Gleichzeitig hat ein ehemaliger Pfarrer der Gemeinde Sissach eine Art Protestaktion gegen die Schlachtung angekündigt. Am 30. Oktober will sich Lukas Baumann selbst auspeitschen, um Busse zu tun für “das Unrecht”, das den Schweinen angetan wurde. Auch er macht fleissig Werbung für seine Aktion.



Mehr zum Thema in der NZZ
und in Blick

Internetseite der Gemeinde Sissach