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Freigelassene Krimtataren in Ankara: "Wir konnten nur vom Schlimmsten ausgehen"

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte sich in Gesprächen mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine für die Freilassung der beiden Aktivisten eingesetzt.

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Freigelassene Krimtataren in Ankara: "Wir konnten nur vom Schlimmsten ausgehen"

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Russland hat zwei zu langen Haftstrafen verurteilte politische Aktivisten der Krimtataren freigelassen. Die türkischstämmigen Ilmi Umerow und Achtem Tschigo wurden anschließend nach Ankara ausgeflogen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte sich in Gesprächen mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine für die Freilassung eingesetzt. Ankara sieht sich traditionell als Schutzmacht der muslimischen Minderheit auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim.

Ilmi Umerow sagte bei einer Pressekonferenz in der ukranischen Botschaft in Ankara:“Wir wissen immer noch nicht, was uns erwartet, wenn wir versuchen, die Genze zwischen der ukrainischen Oblast Cherson und der Krim zu überqueren. Ich habe niemand zugesagt oder versprochen, dass ich nicht versuchen werde, einzureisen. Ich werde irgendwann definitiv wieder versuchen, zurück auf die Krim zu gelangen.”

Beide waren im September trotz Protesten von Menschenrechtlern verurteilt worden. Der offenbar schwerkranke Umerow zu zwei Jahren Lagerhaft wegen Separatismus, Tschigo zu acht Jahren Gefängnis wegen “der Organisation von Massenunruhen”.

Tschigo sprach in Ankara über die Stunden der Ungewissheit:“Wir wussten nicht, dass wir nach Ankara geflogen werden. Wir haben eigentlich gar nicht verstanden, was passiert ist. Ich wurde aus der Haftanstalt gebracht und Ilmi aus dem Krankenhaus. Wenn man die massive Unterdrückung unseres Volkes auf der Krim berücksichtigt, konnten wir im Prinzip nur vom Schlimmsten ausgehen.”

Die Selbstverwaltung der Krimtataren (“Medschlis”) ist in Russland als “extremistische Organisation” verboten.