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Wahlwiederholung in Kenia: Die Lage ist festgefahren

Die Oppositionshochburg Kisumu war tagelang Schauplatz von Ausschreitungen.

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Wahlwiederholung in Kenia: Die Lage ist festgefahren

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In der kenianischen Stadt Kisumu ist ein wenig Ruhe eingekehrt. In den vergangenen Tagen kam es in der Hochburg der Opposition immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

“Wie Sie sehen, hat sich die Lage durch die Verschiebung der Neuwahlen normalisiert. Autos und Räder fahren vorbei, Leute sind auf den Straßen unterwegs”, sagt ein Mann.

Bei der Wahl im August erhielt Oppositionskandidat Raila Odinga in der Stadt am Victoriasee 97 Prozent der Stimmen. Odinga hatte im Vorfeld der Wahlwiederholung zum Boykott aufgerufen.

“Die politische Lage beeinträchtigt uns erheblich, denn nichts bewegt sich. Man wird von Polizisten geschlagen, eigentlich wissen wir gar nicht, ob das Polizisten oder Milizionäre sind. Denn Polizisten sollten uns doch beschützen und nicht schlagen”, meint ein Kenianerin.

Die Wahl im August, aus der Präsident Uhuru Kenyatta als Sieger hervorging, wurde vom Obersten Gericht des Landes für nichtig erklärt. Kenyattas Rivale Odinga hatte die Klage angestrengt. Die Lage in dem ostafrikanischen Land ist festgefahren. Wie kann es vorangehen? Ein Passant setzt auf den Dialog: “Die Vertreter der beiden politischen Lager sollten sich treffen, sie sollten miteinander sprechen, damit es vielleicht eine Lösung gibt. Und es gibt doch die Verfassung – die sollte die Wahlen beschützen.”

In Kisumu und drei weiteren Bezirken steht die Wahlwiederholung nach wie vor aus. Wann sie stattfindet, ist ungewiss.