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"Keine Ehrung für Vergewaltiger": Nackter Protest gegen Polanski-Werkschau

Die Pariser Cinemathek ehrt Roman Polanski mit einer großen Retrospektive – trotz lauter Kritik.

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"Keine Ehrung für Vergewaltiger": Nackter Protest gegen Polanski-Werkschau

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Starregisseur Roman Polanski in der Pariser Cinemathek. Hier wird ihm eine große Retrospektive gewidmet. Zur Begrüßung gab‘s Blitzlichtgewitter und lautstarken Protest. „Keine Ehrung für Vergewaltiger“, forderten Femen-Aktivistinnen. Und auch vor dem Gebäude demonstrieren zahlreiche Menschen. Gegen Polanski laufen Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs.

Eine Frau erklärt: „Polanski kann so viele Filme drehen, wie er will. Kein Problem, das stört mich nicht. Aber ihn zu ehren ist problematisch. Und dass man ihn finanziert. Andere würden sich über dieses Geld sehr freuen, das stört mich wirklich.“

Für die Femen-Aktivistin Inna Shevchenko ist die Werkschau eine Beleidigung für alle Opfer sexueller Gewalt: „Mit dieser Veranstaltung wird ein Vergewaltiger ins Scheinwerferlicht gerückt. Dabei sollten eigentlich die Frauen, die ihre Erfahrung teilen, mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommen. Das ist für uns alle ein Schlag ins Gesicht.“


Gegen Polanski läuft in den USA seit 40 Jahren ein Verfahren – wegen Missbrauchs einer 13-Jährigen. Im September wurden neue Vorwürfe gegen den Filmemacher laut. Eine deutsche Schauspielerin erstattete Anzeige wegen Vergewaltigung.


Französische Frauenrechtler der Organisation „Osez le féminisme“ werfen der französischen Cinemathek vor, sich mit der Retrospektive an der „Kultur der Straffreiheit männlicher Gewalt zu beteiligen.“ Die Pariser Kino-Institution weist die Vorwürfe zurück. Es sei nicht ihre Aufgabe, an die Stelle der Justiz zu treten.