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Zuviel gearbeitet? Lidl wirft Marktleiter raus

In Spanien wird vor dem Arbeitsgericht der Fall eines Lidl-Geschäftsführers verhandelt, der geschasst wurde, weil er zu früh in den Laden kam.

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Zuviel gearbeitet? Lidl wirft Marktleiter raus

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In Barcelona ist der Fall eines Geschäftsführers der deutschen Supermarktkette Lidl vor dem Arbeitsgericht gelandet, dem offenbar gekündigt wurde, weil er zuviel arbeitete.

Von 2005 bis zum vergangenen Juni war Jean P. nach Angaben der spanischen Zeitung El Pais bei Lidl beschäftigt. Dann wurde er geschasst – nach Angaben des Anwalts des Angestellten – nach 12 Jahren ohne vorherige Verwarnung.

Der Marktleiter war offenbar übereifrig und oft schon eine Stunde vor der Öffnung des Supermarktes im Laden. Der Ex-Geschäftsführer meint, Lidl verhalte sich scheinheilig: auf der einen Seite habe sein Arbeitgeber ihm Stress gemacht, weil er die Verkaufszahlen steigern sollte, andererseits werde ihm jetzt vorgeworfen, dass er zu früh gekommen sei. Er habe einfach nur seine Arbeit korrekt vorbereiten wollen und sei deshalb zwischen 20 Minuten und anderthalb Stunden vor Arbeitsbeginn ins Geschäft gekommen.

Wie früh Jean P. kam, wurde auf den Überwachungskameras im Bild festgehalten, seit April 2017 sei er zwischen 49 und 87 Minuten zu früh an seinem Arbeitsplatz gewesen und habe palettenweise Preise umetikettiert. Jede gearbeitete Stunde werde auch bezahlt und jede gearbeitete Stunde müsse registriert werden, erklärten die Lidl-Anwälte.

Vor dem Arbeitsgericht will der Ex-Beschäftigte erstreiten, dass er seinen Job bei Lidl zurückbekommt.