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Libyen: Küstenwache fängt 299 Migranten im Meer ab

Die libysche Küstenwache fand die Menschen auf zwei Schlauchbooten im Meer östlich der Hauptstadt Tripolis. Unter ihnen seien mindestens 15 Kinder.

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Libyen: Küstenwache fängt 299 Migranten im Meer ab

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Die libysche Küstenwache hat östlich der Hauptstadt Tripolis rund 300 Migranten auf zwei Schlauchbooten abgefangen. Die Menschen kommen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Sie wurden zurück nach Tripolis und anschließend in ein Haftzentrum in die Stadt Tajoura gebracht. Unter ihnen seien mindestens 15 Kindern und 25 Frauen, so ein Offizier der libyschen Küstenwache.

Ein Reporter vor Ort beschrieb dramatische Szenen: Ein Neugeborenes schrie vor Hunger. Seine Mutter konnte fast nicht mehr laufen und musste in einem Krankenwagen ärztlich versorgt werden.

Die Migranten wurden in der Nähe der Stadt Zliten von einem der Küstenwache-Schiffe übernommen, die Italien Anfang des Jahres repariert und nach Libyen geliefert hatte. Die libysche Küstenwache sollte damit verstärkt werden.

Unter dem Druck von Italien und anderen europäischen Staaten ist die Küstenwache Libyens zunehmend aktiv geworden. Sie patrouilliert und hält die Migranten davon ab, internationale Rettungsschiffe zu erreichen, die sie beispielsweise nach Italien bringen.

So wurden in diesem Jahr bis Ende Oktober bereits rund 19.000 Migranten abgefangen, so die Internationale Organisation für Migration (IOM). Dieses Jahr haben bereits rund 150.000 Menschen das Mittelmeer bis nach Europa überqueren können, die meisten waren in Libyen gestartet.

Mehr als 2.800 Migranten verloren auf der Fahrt übers Mittelmeer das Leben, oder gelten als vermisst.

Libyens Westküste ist der wichtigste Ausgangspunkt für Migranten, die versuchen, mit Schlauchbooten nach Europa zu gelangen. Sie fliehen vor Gewalt und Armut.

In Libyen sind viele Migranten Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt. In einer Euronews Reportage aus dem Jahr 2016, können sie mehr darüber erfahren.