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Hilferuf von Ex-IS-Anhängerin: "Lasst meine 3 Kinder nach Frankreich"

Eine junge Französin, die mit mehreren IS-Kämpfern verheiratet war, und drei Kinder hat, berichtet.

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Hilferuf von Ex-IS-Anhängerin: "Lasst meine 3 Kinder nach Frankreich"

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Sie ist eine von geschätzt 1700 Französinnen und Franzosen, die seit 2014 in den Dschihad nach Syrien oder in den Irak gezogen sind. Margaux will, vier Jahre nachdem sie sich dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen hat, in ihre Heimat zurück. Seit der Rückeroberung der IS-Hochburg Rakka durch ein kurdisch-arabisches Bündnis werden sie und ihre drei Kinder von kurdischen Milizen in Nordostsyrien festgehalten. Dort hat sie dem französischen Fernsehen ein Interview gegeben.

Über ihre Zeit mit dem IS sagt die 27-Jährige: “Ich war oft eingesperrt in den Madafas, die sie Gästehäuser nennen, aber eigentlich pferchen sie da die Schwestern zusammen, die alleine sind. Als Frau alleinstehend zu sein bedeutet, gefangen zu sein.”

Die Eintrittskarte für ein stabiles Leben sei eine Ehe gewesen, so Margaux. Die Konvertitin hat in den vergangenen vier Jahren vier französische IS-Kämpfer geheiratet, von denen drei gestorben sind: “Ich bedaure alle Ehen, die ich eingegangen bin. Ich hätte gerne Stabilität gehabt, nur einen Ehemann, von dem alle meine Kinder sind, ein Leben in einem muslimischen Land, das politisch stabil ist.”

In Syrien droht der jungen Frau die Todesstrafe. Auch als Anhängerin der IS-Miliz war ihr Leben bedroht. Einmal habe sie versucht zu fliehen: “Wer weg wollte, auf den wurde geschossen. Wenn man den Frauen, mit denen man gelebt hat, gesagt hat, dass man fliehen will, haben sie einen verpfiffen und man wurde festgehalten.”

Margaux ist bereit, sich in Frankreich einer Gefängnisstrafe zu stellen, sagt sie. Wenn das nicht möglich sei, solle man wenigstens ihren Kindern erlauben zurückzukehren, so ihr Appell an den französischen Präsidenten: “Wissen Sie, ich weiß nicht einmal, wie der neue Präsident heißt. Ich bin gegangen, als Hollande Präsident war und dann hatte ich keinen Zugang mehr zu Informationen.”