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Familienfotos und mehr im Bin-Laden-Archiv: Was veröffentlicht wurde - und was nicht

Die Dokumente zeigen unter anderem, welche Filmvorlieben Osama bin Laden hatte.

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Familienfotos und mehr im Bin-Laden-Archiv: Was veröffentlicht wurde - und was nicht

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Der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA hat ein umfangreiches Archiv des getöteten Al-Kaida-Chefs veröffentlicht. Auch Videos, Sprachaufnahmen und Fotos vom Computer bin Ladens wurden ins Internet gestellt.

Wie der CIA mitteilte, umfasst der Besitz rund 470.000 Dokumente und gibt laut CIA-Chef Mike Pompeo unter anderem einen “tieferen Einblick in die Arbeit und Pläne der Terrororganisation”.

Das Material war im Mai 2011 sichergestellt worden, als bin Laden von einem Sondereinsatzkommando in Pakistan getötet wurde.

Bereits 2015, 2016 und im Januar 2017 hatten die Regierungsbehörden einen Teil der damals gefundenen Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Osama bin Laden gilt als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington. Dabei kamen etwa 3.000 Menschen ums Leben.

Was wurde veröffentlicht?

18.000 Dokumente

In den Papieren sind unter anderem Pläne zur Vorbereitung des 10. Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September. Zudem hatte die Organisation sich offenbar einen genaue Strategie bereitgelegt, um ihre Botschaft in westlichen Medien zu verbreiten.

Die Unterlagen sollen auch neue Erkenntnisse über die Unterschiede zwischen den Extremistengruppen Al-Kaida und der IS-Miliz offenlegen.

79.000 Audio und Fotodateien

Unter anderem wurden Sprachnachrichten gefunden und Aufnahmen, in denen bin Laden übte, öffentliche Reden zu halten.

Das Tagebuch

In seinen Tagebüchern beschrieb bin Laden unter anderem eine Reise nach Großbritannien als Jugendlicher. Dabei besuchte er auch Stratford, die Geburtstadt Shakespeares. Großbritannien fand er “dekadent”.

Ein Bild seines Sohnes

Auf dem Computer des Al-Kaida-Chefs wurden insgesamt 10.000 Videos gefunden, darunter auch persönliche Aufnahmen seiner Familie. In dem Material gibt es erstmals Bilder des Sohnes von bin Laden – Hamza Bin Laden – im Erwachsenenalter.

Was nicht veröffentlicht wurde

Nach Angaben des CIA konnten einige Dateien nicht öffentlich zugänglich gemacht werden, da sie “Versuche, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, bedrohen könnten”.

Urheberrechtlich geschütztes Material, Pornografie und Schadsoftware

Dokumente und Dateien, die das Urheberrecht verletzen, pornografische Inhalte und auch andere beschädigte oder etwa doppelt vorhandene Dateien wurden nicht ins Internet gestellt.

Filme und Zeichentrick

Die auf dem Computer gefundenen Filme geben Einblick in die persönlichen Vorlieben des Extremisten: Neben der Dokumentation “Where in the World is Osama bin Laden?” (Wo in aller Welt ist Osama bin Laden”) schaute er sich offenbar auch die Trickfilme “Antz”, “Chicken Little”, “Cars” sowie die japanische Serie “Detective Concan” auf Arabisch an.

Wird es weitere Veröffentlichungen geben?

CIA-Chef Pompeo zufolge werden auch in Zukunft Informationen mit dem amerikanischen Volk geteilt. Voraussetzung sei, dass die “nationale Sicherheit gewährleistet ist”.